Die Mole ist seit jeher ein Sehnsuchtsort für Spaziergänger, Müßiggänger und sonstige Bummler in Radolfzell. Seit der Renaturierung ist die Skulptur „El Nino“ der meist fotografierte Badende am Untersee, wenn nicht am ganzen Bodensee. Vor der Renaturierung diente die westliche Kaimauer als Abholsteg für Freizeitsegler, dort nahmen sie für eine sonntägliche Ausfahrt ihre Gäste auf. Und ganz vorne auf die Molenspitze gab es noch freien Zutritt, Mutige stürzten sich kopfüber ins Wasser, Romantiker saßen mit baumelnden Füßen auf der Mauer und genossen den Sonnenuntergang mit Blick Richtung Aachried.

Die Kosten liegen bei 800.000 Euro

Nun steht auf der Radolfzeller Mole der nächste Wandel an. Die Bodensee-Hafengesellschaft, eine Tochter der Konstanzer Stadtwerke, baut auf der Mole ein neues Gastronomiegebäude und die Stadt Radolfzell will die Freianlagen dort neu gestalten. Das Büro Planstatt Senner hat dazu einen Entwurf mit dem Namen „Bodenseewellen“ ausgearbeitet. Diese Wellen nehmen Bezug auf die Möblierung (Pergola und Sitzgelegenheiten). Knackpunkte sind ausreichend Abstellflächen für Fahrräder und die Gestaltung des Platzes am Seeausgang der Bahnhofsunterführung, das hat die Diskussion im Ausschuss Planung, Umwelt und Technik gezeigt (siehe Grafik). Am Dienstag, 17. November, kommt die Neugestaltung der Mole in den Gemeinderat. Die Sitzung beginnt um 16.30 Uhr im Milchwerk. Der Gemeinderat muss den Auftrag für die mit knapp 800.000 Euro Kosten berechnete Umgestaltung erteilen.

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  • Das Gittertor auf der Molenspitze: Das Schild am Torgitter weist eindeutig darauf hin, wer hier das Sagen hat – der Eisenbahn-Sportverein Radolfzell. Doch der Verein ist nicht der Eigentümer, sondern nur der Pächter der zehn Liegeplätze. Auch wenn sie das Grundstück nicht selber nutzt, das Grundstück befindet sich im Eigentum der Bodensee-Hafengesellschaft. Für Stadtrat Thilo Sindlinger von der Freien Grünen Liste (FGL) ist das Zackengitter samt Tor an der Molenspitze befremdlich: „Das ist einer Touristenstadt, wie sie Radolfzell sein will, nicht würdig.“ Oberbürgermeister Martin Staab hat keine Hoffnung, dass sich an dem Zustand etwas ändern wird: „Das Tor wird nicht wegkommen.“ Obwohl die Stadt bei den Grundstücksverhandlungen eine „erkleckliche Summe“ geboten habe, sei die Bodensee-Hafengesellschaft nicht zu einem Verkauf bereit gewesen.
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  • Abstellflächen für Fahrräder: Auf der einen Seite kann die Stadt nicht genug davon haben, auf der anderen Seite möchte man nicht überall Abstellplätze für Fahrräder. So beschreibt CDU-Stadtrat Christof Stadler zehn Abstellplätze an Gleis sechs „als viel zu wenig“, aber gleichzeitig findet er die geplante Stellfläche für Räder an der Molen-Gastronomie nicht schön: „Darauf könnte man verzichten.“ Der OB hat zugesichert, möglichst viele Abstellmöglichkeiten für Räder entlang des Radwegs an Gleis sechs einzurichten, „dann können wir auf die unteren Fahrradboxen verzichten“. Wolfgang Keller von der Abteilung Landschaft und Gewässer bestätigt den Eindruck von Stadtrat Stadler an Gleis sechs: „Es stehen Dutzende Räder dort jeden Tag, der Bedarf besteht.“ Aber genau so bestehe der Bedarf einer Abstellfläche für Räder an der neuen Mole-Gastronomie. „Machen wir nichts hin, werden Gäste mit teuren Fahrrädern sie so oder so mitnehmen. Die lassen ihre Räder nicht aus den Augen“, sagt OB Staab. Und Wolfgang Keller ergänzt: „Je mehr Fahrradständer wir haben, desto aufgeräumter sieht es aus.“
Bild: SK
  • Kein Schottergarten auf dem Platz: Der von der Planstatt Senner eingezeichnete „wassergebundene Moränensplitt„ neben den Sitzsteinen auf dem großen Platz vor dem See hat vielen Ausschussmitgliedern Unbehagen bereitet. Während SPD-Stadtrat Reinhard Rabanser davon spricht, er habe „Schwierigkeiten mit dem Moränensplitt„, wird Anja Matuszak noch deutlicher: „Das hat den Charme eines Schottergartens, das ist optisch nicht ansprechend.“ Das vernichtende Urteil fällt Christof Stadler: „Die Schottergärten sind fürchterlich.“ Die Grundlogik für einen Einbau des gebundenen Moränensplitts sei wegen der hohen Nutzung auf diesem Platz vor dem Ausgang der Bahnhofsunterführung nicht die falscheste, so der OB. Doch man wolle mit den Planern eine Lösung mit mehr Grün überlegen. Die könne allerdings nicht bis zur Sitzung des Gemeinderats vorgelegt werden.