Eigentlich ist dieses Ereignis für die Vorstandsmitglieder der Erika und Werner Messmer-Stiftung immer ein Freudentag. Anfang Mai, passend zu den Geburtstagen der beiden Stifter am 4. und 6. Mai, wurde bekannt gegeben, welche Projekte, Schulen, Vereine, Institutionen und Einrichtungen von der Stiftung finanziell unterstützt werden. Alle Vertreter wurden eingeladen, es gab einen offiziellen Akt und danach gab es die Möglichkeit, für alle Beteiligten sich auszutauschen.

„Die Ausschüttung war immer eine Erinnerung an das Ehepaar Messmer und ein Treffpunkt für alle aus den unterschiedlichen Förderbereichen“, sagt Petra Bialoncig, Mitglied des Stiftungsvorsdtandes. Sobald es die Verhältnisse wieder zulassen, möchte man die Feier zur Ausschüttung wieder ins Milchwerk verlegen, sagt Arnulf Heidegger vom Stiftungsvorstand.

Rund 120 Anträge sind bewilligt worden

Doch auch ohne große Feier wird die Messmer-Stiftung erneut viele Projekte unterstützen. Von den rund 150 Anträgen seien viele auch bewilligt worden. Doch wie groß die ausgeschüttete Summe ist und wer alles genau die Unterstützung der Stiftung erhält, dazu könne der Stiftungsvorstand noch nichts Konkretes sagen.

„Wir haben einige Projekte nur unter Vorbehalt bewilligt, andere haben ihren Antrag komplett zurückgezogen. Es ändert sich fast täglich etwas“, sagt Petra Bialocig. Dabei handle es sich vor allem um Förderprojekte mit einer finalen Veranstaltung, wie Theateraufführungen, Konzerte, Musicals und Feste, die wegen der Coronapandemie abgesagt wurden oder auf der Kippe stehen.

Anträge sind unter Vorbehalt bewilligt worden

„Aber einen Großteil haben wir bereits fix bewilligt“, sagt die Stiftungsvorständin. Die ersten 450.000 Euro sollen in den nächsten Wochen rausgehen. Etwa 20 Prozent aller Anträge seien unter Vorbehalt bewilligt. Man stehe in engem Austausch mit den Antragstellern. Denn viele würden nach Alternativen suchen, das Projekt in einem neuen Format durchführen oder es digital weiterentwickeln.

Auch hätten die Stiftung Anträge von Schulen erreicht, die sich eine finanzielle Unterstützung zur Digitalisierung von Schulklassen wünschen. Für gewöhnlich schüttet die Messmer-Stiftung im Mai die Gelder für die Bereiche Kultur, Soziales, Sport und Bildung aus. Die Förderung für Schulen im Speziellen werden zum Schulstart im Herbst bekannt gegeben. „Schulen können sich speziell um Unterstützung für das neue Schuljahr bewerben“, erklärt Arnulf Heidegger.

Schulen brauchen technische Ausstattung

Seit einigen Jahren seien auch immer wieder Anträge auf technische Ausstattung dabei gewesen, wie zum Beispiel die Beschaffung von Tablets für Schulklassen, sagt Karl Steidle, Stiftungsratsvorsitzender. Die geschlossenen Schulen zwängen nun alle, die Digitalisierung schneller voranzutreiben. Auch die Lehrkräfte, die dem Gebrauch von neuen Medien eher kritisch gegenüberstanden, müssten nun umdenken, so Steidle.

Doch befürworte die Messmer-Stiftung nicht blinden Fortschritt. „Uns war es bei einer Förderung immer wichtig, dass ein Konzept dahinter steht, dass auch die Risiken berücksichtigt werden“, sagt Arnulf Heidegger. Jetzt gelte es vor allem den Kindern und Jugendlichen zu helfen, die von Haus aus keinen Zugang zu moderner Technik haben, um den Unterrichtsstoff im Heimunterricht zu erarbeiten.

Stiftung will Wissenschaftspreis ausloben

Doch plane die Stiftung auch Förderinitiativen im Wissenschaftsbereich. In diesem Jahr wolle man an der Uni Konstanz einen Wissenschaftspreis für alle Fachrichtungen ausloben. Auch strebe man eine Kooperation mit der Mentor Stiftung der gräflichen Familie Bernadotte der Insel Mainau an.

Doch hat das Coronavirus der Messmer-Stiftung nicht nur die große Feier verdorben. Auch die Auswirkungen auf den Finanzmärken bereiten Stiftungsvorstand und Stiftungsrat Kopfzerbrechen. Der Einbruch an den Börsenmärkten und die schwierige finanzielle Lage börsennotierter Unternehmen führe auch dazu, dass die Stiftung im kommenden Jahr vielleicht weniger Geld für die Ausschüttung erwirtschaften kann. „Auch uns hat das Virus voll getroffen“, sagt Karl Steidle.

Ausschüttung ist dieses Jahr möglich

In diesem Jahr werde die Erika und Werner Messmer-Stiftung noch die auch in den vergangenen Jahren übliche Summe ausschütten können. „Wir haben noch ein Polster“, sagt Stiftungsvorstand Arnulf Heidegger. Aber ob dies 2021 möglich sein werde, sei fraglich. Schon das Jahr zuvor hatte der dauerhafte Niedrigzins die finanzielle Lage der Stiftung komplizierter gemacht.

Geld auf der Bank sparen sei völlig unrentabel geworden. Grundsätzlich wolle die Stiftung mehr in Immobilien investieren, erklärt Karl Steidle. Schon länger sei man auf der Suche nach einem geeigneten Projekt, aber bisher noch nicht fündig geworden.

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