Den Menschen im Advent Impulse zum Nachdenken mit auf den Weg zu geben und gleichzeitig auch all jene anzusprechen, die sonst den Weg eher selten in die Kirche finden – das sollen vier Veranstaltungen der Radolfzeller Seelsorgeeinheit St. Radolt leisten, die am Sonntag, 28. November, beginnen und dann an jedem Adventssonntag um 11 Uhr im Münster stattfinden. Das Vorhaben soll zugleich der Auftakt eines neuen Formats sein, das auch nach der Adventszeit fortgeführt werden soll.

Das Münster soll nicht leer bleiben

Hintergrund des Ganzen ist, dass ansonsten das Radolfzeller Münster sonntags um elf Uhr, wo laut Diakon Michael Dohm früher die meistbesuchten Gottesdienste stattfanden, leer bleibt. Denn es fehlt an einem Pfarrer, der dort eine Messe abhalten kann, Stadtpfarrer Heinz Vogel ist auch in anderen Seelsorgeeinheiten eingebunden. Das Münster soll um diese prominenten Zeit aber nicht leer bleiben, betont der Diakon.

Darum wollen nun verschiedene Personen über adventliche Themen sprechen und damit den Besuchern Impulse zum Nachdenken mit auf den Weg geben. „Ich denke, dass die Leute im Advent hungrig sind nach Gedanken, die nicht nur von Alltag und Corona aufgefüllt werden“, sagt Dohm. Etwa 30 bis 40 Minuten lang sollen die Impulse jeweils dauern, die Besucher sollen sich dabei die Gedanken der Redner anhören „und haben ein bisschen Musik dazu, in der Regel Orgelmusik.“

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Den Beginn am 28. November macht Michael Dohm selbst, danach folgender evangelische Pfarrer Christian Link, die Pastoralreferentin Annemarie Welte und schließlich der Historiker Christoph Stadler. „Ich finde es sehr schön, dass an so einem prominenten Ort und zu so einer prominenten Zeit auch eine Frau zu Wort kommen kann“, sagt Michael Dohm – eine solche hätte in einem Gottesdienst weder als Diakonin, noch als Priesterin die Veranstaltung gestalten können, die Ämter dürfen in der katholischen Kirche nur Männer besetzen.

Das Format geht auch nach der Adventszeit weiter

Doch das neue Format soll nicht nur das Münster mit Leben füllen, sondern auch eine ganz bestimmte Gruppe in die Kirche locken. Wie Michael Dohm berichtet, wolle man die Chance nutzen und hoffe, „dass dieses Format Leute anspricht, die nach etwas anderem als dem klassischen Gottesdienst suchen“. Auch in Radolfzell würde die Zahl der regelmäßigen Kirchgänger abnehmen. Laut Dohm würden auch Menschen danach fragen, ob es Angebote außer den heiligen Messen gibt. „Diese Frage steht schon lange im Raum“, sagt der Diakon. „Es war ganz klar, wir wollen etwas Neues wagen.“

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Mit dem neuen Format soll nach der Adventszeit auch noch nicht Schluss sein: „Das Format wird im neuen Jahr in viel breiterer Form aufgelegt werden“, kündet Michael Dohm jetzt schon an. Nur ab wann genau, das sei noch nicht klar.