Das Bewohnerparken in der sogenannten „Zone A“ am westlichen und nördlichen Rand der Innenstadt Radolfzells sorgt für Unzufriedenheit – erneut. Schon in der Vergangenheit waren an dem Konzept, das aufgrund des hohen Parkdrucks in dem Gebiet eingeführt wurde, einige Punkte kritisiert worden. Beim jüngsten Bürgerinformationsabend im Milchwerk wurde nun deutlich: Zufrieden sind die Anwohner nicht.

Konkret bedeutet das Bewohnerparken, dass in dem Gebiet rund um die Ratoldusschule Autofahrer, die eine Bewohnerparkkarte unter die Windschutzscheibe legen, zeitlich unbegrenzt parken dürfen. Für alle anderen gilt eine Begrenzung auf zwei Stunden. Den Anwohnern soll das helfen, denn sie erhalten ein Vorrecht auf die Parkplätze.

350 Bewohnerausweise für 300 Stellplätze

Das Problem: Schon im Frühjahr wurden fehlende Parkmöglichkeiten in dem Gebiet bemängelt. Schließlich wurden in der Schützenstraße entlang des Seemaxx über 20 neue Plätze für das Bewohnerparken geschaffen. Stand September sind laut Stadtverwaltung in dem Gebiet etwa 300 öffentliche Stellplätze ausgewiesen worden, etwa 350 Bewohnerausweise wurden ausgegeben – vergleichsweise wenig, wie die Stadtverwaltung anhand eines Vergleichs mit Konstanz deutlich machen wollte: Dort habe es im Sommer 2018 auf 2500 Parkplätze 3900 Bewohnerausweise gegeben.

In einem Auto in der Ratoldusstraße liegt eine Bewohnerparkkarte
In einem Auto in der Ratoldusstraße liegt eine Bewohnerparkkarte | Bild: Marinovic, Laura

Doch die Stellplätze in Radolfzell reichen scheinbar nicht aus: Man suche zum Teil verzweifelt nach Parkplätzen, hieß es am Bürgerinformationsabend von Anwohnern. Auch, dass bei der Ausweisung zum Teil Parkmöglichkeiten reduziert wurden, wurde kritisiert: „Warum streicht man Parkplätze, wenn man ohnehin schon einen Mangel hat?“, wollte ein Bewohner der Kreutzerstraße wissen. OB Martin Staab versuchte, zu erklären: „Es gibt Parkrichtlinien, wie Parkflächen umzulegen sind.“ So seien etwa bestimmte Abstände zu Hofeinfahrten einzuhalten.

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Stadt will aktiv werden

Besserung soll es dennoch geben. Wie die Stadtverwaltung verkündete, ist die Festlegung weiterer Parkmöglichkeiten in einzelnen Straßen geplant – laut Pressesprecher Moritz Schade sollen diese voraussichtlich noch in diesem Jahr angeordnet werden. Konkret handelt es sich um sechs bis acht Plätze in der Ratoldusstraße und sechs oder sieben Plätze in der Bleichwiesenstraße – abhängig sei das von der Größe der abgestellten Fahrzeuge. Die schlechte Nachricht für den Herren aus der Kreutzerstraße: Dort sollen keine zusätzlichen Stellplätze entstehen, wie Moritz Schade mitteilt.

Noch fehlt es aus Sicht der Anwohner in der sogenannten „Zone A“, wo Bewohnerparken herrscht, an Parkplätzen. Die Stadt plant jedoch, weitere einzurichten – unter anderem in der hier abgebildeten Ratoldusstraße.
Noch fehlt es aus Sicht der Anwohner in der sogenannten „Zone A“, wo Bewohnerparken herrscht, an Parkplätzen. Die Stadt plant jedoch, weitere einzurichten – unter anderem in der hier abgebildeten Ratoldusstraße. | Bild: Marinovic, Laura

Auch an anderer Stelle will die Stadtverwaltung die Situation der Bewohner der Zone A verbessern: Einige von ihnen beklagten am Bürgerinformationsabend die Zahl der Dauerparker, die keine Bewohnerparkkarten besitzen und damit unerlaubt für lange Zeit die Parkplätze besetzen. Auch, dass in der Franz-Schmal-Straße der Gehweg als Parkmöglichkeit genutzt würde, weil zu wenig Parkplätze zur Verfügung stünden, war einem Anwohner ein Dorn im Auge: „Mir fehlt der Gemeindevollzugsdienst, der da ein Auge drauf hat, wer da wie parkt.“ Das soll sich nun ändern: Martin Staab nahm die Rückmeldungen im Milchwerk als Anlass, um mehr gezielte Kontrollen zu veranlassen.

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Und es gibt eine weitere gute Nachricht für die Bewohner der Zone A: Zwar soll es Kommunen laut Landesverkehrsminister Winfried Hermann ermöglicht werden, die Gebühren für Bewohnerparkkarten in Zukunft frei zu wählen – und damit auch zu erhöhen -, anstatt wie bisher maximal 30 Euro zu verlangen. Wie Staab erläuterte halte man dies für das Bewohnerparken in Radolfzell aber nicht für den richtigen Weg: In Quartieren, wo von vornherein nicht viel Parkraum eingeplant wurde, ergebe das keinen Sinn.

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