Am Rehbergle liegt ein Garten, der die Blicke vieler Passanten auf sich zieht. Der Freundeskreis Asyl pflegt dieses Stückchen Erde seit dem Frühjahr 2017. Flüchtlingsfamilien und Radolfzeller Familien bebauen kleine Felder, auf denen Gemüsepflanzen für üppige Ernte sorgen und Blumen in allen Farben blühen. Jede Familie sucht aus, wonach ihr der Sinn steht. Nebenbei ergeben sich Gespräche, manchmal auch Freundschaften.

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Gerda Weisknoch vom Freundeskreis Asyl führt durch den Garten, vorbei an Schlehen, Aroniabeeren und Zimtbasilikum zu den Gemüsebeeten von Pama Sathirakamaran und Amutha Paskaradas, die vor 30 Jahren aus Sri Lanka in Radolfzell angekommen sind. „Sie gehörten zu den ersten Flüchtlingen, die bei uns aufgenommen wurden“, erinnert sich Elisabeth Burkart. Beide Frauen sprechen fließend Deutsch. Mittlerweile helfen sie gemeinsam mit den Ehrenamtlichen des Freundeskreis Asyl Neuankömmlingen bei ihrer Integration.

Fluktuation der Gärtner ist hoch

„Worin jemand Unterstützung benötigt, erfährt man hier beim gemeinsamen Gärtnern am Mittwoch und Samstag ganz nebenbei“, erzählt Gerda Weisknoch. Oft geht es darum, Deutsch zu lernen. Einige Familien, die im Garten aktiv waren, haben inzwischen eine Wohnung außerhalb von Radolfzell bekommen, andere machen eine Lehre oder arbeiten und finden nicht mehr viel Zeit in den Garten zu kommen. „Die Fluktuation ist sehr hoch“, berichtet Flüchtlingskoordinatorin Susanne Schaffart. Wichtig ist dem Freundeskreis, dass hier Frieden herrscht und Flüchtlinge aller Nationen miteinander auskommen.

Auch außerhalb der Gartensaison wird sich getroffen

Auch außerhalb der Gartensaison, im Winter wird der Kontakt aufrechterhalten. „Dann suchen wir aus, was im nächsten Frühjahr gepflanzt wird“, erzählt Weisknoch. Neben Tomaten, Gurken und Bohnen wächst auch einiges Exotische: Bittergurken fürs Curry, rote Feuerbohnen für Chili con Carne, zweifarbige Hirse. Auch wenn es Arbeit bedeutet, ist Pama Sathirakamaran stolz: „Das ist unser Gemüse!“

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