Wer kennt nicht die Lieder, in denen sich die Sehnsucht nach dem Frühlingsmonat schlechthin ausdrückt? Nun ist es Wirklichkeit. Der Mai ist gekommen, und mit ihm eine Fülle des Guten und Köstlichen für Feinschmecker und Genießer. Die Märkte bescheren uns ihre frischen Produkte aus heimischem Anbau.

Der Speisezettel ist reich bestückt, denn jetzt gibt es Spargel, Rhabarber, Rettiche, Salat und den jungen Spinat. Die Liste ist lang, und der Gaumen kann schwelgen. Besonders der Spargel hat sich in diesem Jahr schon so zeitig auf den Weg gemacht, dass das frühe Erscheinen der knackigen Stangen allein schon ein Grund ist, sich auf die Spargelsaison zu freuen.

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Nach alter Vorstellung gehörte in jedem Jahr zum Mai die Maibutter. Diese erste Frühlingsbutter ist leider etwas aus der Mode gekommen. Dabei ist sie besonders aromatisch, weil die Milch des Weideviehs nun schon viel fettreicher ist als während der winterlichen Stallfütterung. Von unserer Großmutter ist überliefert, dass sie die nussig schmeckende Maibutter in jedem Jahr besonders geschätzt hat.

Dafür wurde ein Stück Butter zu einer Rolle gedreht und in gehackten Kräutern gewälzt, bis sie von duftender Petersilie und Zitronenmelisse einen dicken Pelz bekam. Von der kaltgestellten Butter wurden mit gezacktem Messer kleine Scheiben abgeschnitten und zu frischem Brot oder einer Käseplatte gereicht.

So wirds gemacht

Das typische Maikraut ist der Waldmeister, der mit seinem süßen Duft zum Mai gehört und für Bowlen, Gelees und Süßspeisen verwendet wird. Der Waldmeister wächst wild in Buchenwäldern und enthält den Aromastoff Cumarin. Dieses hat eine unberechenbare Doppelwirkung auf den menschlichen Organismus: einerseits dämpft es Erregungszustände und fördert den Schlaf, andererseits belebt es den Blutkreislauf und wirkt stimulierend.

Es weckt Frühlingsgefühle! Wenn der Waldmeister kurz vor der Blüte gepflückt wird und dann ein bisschen angetrocknet ist, ist er die köstliche Würze für die Maibowle. Zwei Flaschen guten Weißwein in das Bowlengefäß geben und das Bündel Waldmeister kopfüber so hineinhängen, dass die Stiele nicht mit eintauchen. Nach einer halben bis ganzen Stunde das Kraut entfernen. Die Bowle mit Mineralwasser oder Sekt auffüllen. Man kann, wenn‘s denn sein muss, mit etwas Honig oder Zucker nachsüßen.