Wenn man Mitglied dieses Clubs ist, wird man zu solch illustren Zusammenkünften mit dem Titel Konstanzer Felchen, Hegauer Nachbarschaftswein oder eben Radolfzeller Kirsch eingeladen.

Es gibt gutes Essen und guten Wein und man redet ein bisschen über die Arbeit, über die Mitarbeiter und Bürger und dann auch wieder über ganz Alltägliches. Man ist per Du, natürlich. Wie man Mitglied wird? Nun, man muss sich nur zum (Ober-)Bürgermeister einer Gemeinde oder Stadt im Landkreis wählen lassen. Schon ist man dabei.

Die OB-Wahl in Konstanz ist Dauerthema

Wahlen waren auch das beherrschende Thema beim Radolfzeller Kirsch, welches unter Corona-Regeln im Restaurant Einkehr in Markelfingen stattfand. Denn der Konstanzer OB Uli Burchardt kam nach einer aufregenden Wahlnacht trotz zahlreicher anderer Verpflichtungen zu seinen Bürgermeisterkollegen nach Markelfingen. Einmal als Oberbürgermeister und dann als Vertreter des Landrates.

Der Korpsgeist wird beschworen

Dazu gab es Zuspruch der Männer, – die einzige Frau des Clubs wurde am vergangenen Sonntag erst in Büsingen gewählt – die dieses Gefühl kennen, welches seine nächsten drei Wochen bestimmen wird: Wahlkampf. Zweiter Durchlauf.

Die anderen Bürgermeister und zwei Oberbürgermeister, Martin Staab aus Radolfzell und Bernd Häusler aus Singen, sprachen ihm Mut für die Neuwahl am 18. Oktober zu. Noch ist er ja Teil des Clubs, er gehört dazu. Hans-Peter Lehmann, Bürgermeister aus Mühlhausen-Ehingen wurde besonders deutlich: „Der Korpsgeist zeichnet uns aus, darauf sind andere Landkreise neidisch.“

Gesundheitssystem muss besser finanziert werden

Gastgeber Martin Staab legte in seiner Rede den Fokus auf das Gesundheitssystem. Dieses könne nicht mehr allein durch Fallpauschalen der Krankenkassen finanziert werden. Ein Krankenhaus-Soli solle die Versorgung sichern und verbessern. Denn klar sei, Corona werfe die Kommunen, was ihre Projekte angehe, auf zwei bis drei Jahre zurück. Ein „Weiter so“ dürfe es weder in den Gemeinden, noch im Kreistag geben. „Wir müssen den Leistungsluxus zurückfahren“, so Staab.

Bild: Schneider, Anna-Maria

Ehrlichkeit sei gefragt, dem Bürger aufzuzeigen, was finanzierbar sei und was nicht. Vom Kreistag erhoffe er sich eine ausgewogene Kreisumlage. Denn wenn die Gemeinden sich einschränken müssen, dann müsste das auch der Kreistag. „Der nächste Haushalt des Kreises muss eine andere Struktur haben“, mahnte Staab.

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Landrat Zeno Danner, an den sich dieser Appell richtete, war nicht gekommen, er weilt noch in Elternzeit. Sein Vertreter Burchardt versprach den Bürgermeistern im Kreistag ein Behandlung auf Augenhöhe. Noch vor dem Hauptgang musste der OB zurück nach Konstanz. Der Wahlkampf wartet.

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