„Wir möchten uns aber klar und unmissverständlich von jeglichen politischen Meinungen und Äußerungen distanzieren“, schreibt der JGR in einer Pressemitteilung. Die Überparteilichkeit stehe für sie an erster Stelle. Der SÜDKURIER hat sich die Videos angeschaut und gibt einen Überblick, über die Aussagen der Kandidaten.

Während sich Philipp Weimer (Die Partei) und Hanna Antony (Volt) entschlossen kurz halten, fällt es schwer, dem ganzen Video von Marc-André Huß (Wir2020) und Jürgen Keck (FDP) zu folgen. Eine Vorgabe zur Länge der Videos gab es nicht. Dabei hat der JGR Themen aufgegriffen, die speziell für junge Menschen von Interesse sind.

Die Fragen beziehen sich beispielsweise auf die Teilnahme von Jugendlichen in der Politik wie die Kandidaten und ihre Partei zu diesem Thema stehen: „Inwiefern möchten Sie die Jugend in ihren politischen Entscheidungen einbeziehen? Wie stehen Sie zur Senkung des Wahlalters für die Landtagswahlen und Wahlen generell?“

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Die Antworten fielen oft ähnlich aus: Antje Behler fordert die explizite Senkung auf 16 Jahre für Landtagswahlen. Petra Rietzler bezeichnet Jugendliche als „frischen Wind“, macht aber keine konkreten Aussagen über die Senkung des Wahlalters. Thorsten Otterbach schlägt vor, einen Kompromiss zu machen und das Erwachsenenalter insgesamt auf 17 Jahre herabzusetzen. Das hieße: Ab 17 wählen zu dürfen, aber auch voll straffähig zu sein.

Ursprünglich war eine öffentliche Podiumsdiskussion geplant, die Jugendlichen die Möglichkeit hätte bieten sollen, die Landtagskandidaten persönlich kennenzulernen. „Coronabedingt entschieden wir uns aber dazu, den Austausch mit den Landtagskandidaten online durchzuführen“, erklärt Leon Löchle, Vorsitzender des Jugendgemeinderats. Das Gremium freue sich über das Engagement der Landtagskandidaten, mit dem sich diese den Fragen gestellt haben.

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„Wir haben darauf geachtet, dass die ausgewählten Interview-Fragen Themenbereiche wie die Jugendbeteiligung, das Schulsystem, die Inklusion und die Klimakrise abdecken“, erklärt Corinna Blersch vom Jugendgemeinderat Radolfzell. Dabei hat der JGR hat den Bogen, die Fragen speziell auf Jugendliche zuzuschneiden, gut hinbekommen. Blersch führt fort: „Aus den Antworten haben wir eine Übersicht erstellt, die einen Überblick über alle Kandidaten sowie deren Antworten darstellt.“

Darüber hinaus klärt der Jugendgemeinderat auf seiner Instagram Seite über Themen neben den Kandidaten-Interviews rund um die Landtagswahl auf. In einzelnen Beiträgen werden Fragen wie „Was ist der Landtag? Was sind die Aufgaben des Landtags? Wie funktioniert die Wahl?“ beantwortet.

„Das Ziel des Jugendgemeinderats ist es, junge Menschen zum Wählen gehen zu motivieren und sie durch eine kompakte Übersicht über die Kandidaten bei der Wahl zu unterstützen“, berichtet Sonja Schächtle, die sich ebenfalls im Jugendgemeinderat Radolfzell engagiert. „Die Entscheidungen, die die Politik heute trifft, wird das Leben unserer Generation maßgeblich beeinflussen“, ist Carolina Groß überzeugt. Umso mehr brauche es ihrer Meinung nach jede Stimme der jungen Erwachsenen: „Damit die Welt in unserem Sinne gestaltet wird.“

Die nächste öffentliche Sitzung des Jugendgemeinderats Radolfzell findet am Dienstag, 9. März, um 17 Uhr online statt. Der Link zur Konferenz wird unter www.radolfzell.de/jugendgemeinderat eingestellt. Nur ein Punkt auf der Tagesordnung sind die Neuwahlen der Vorstandsposten im kommenden Juni.

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Die Übersicht sowie die Links zu den Interviews und dem Instagram-Kanal des Jugendgemeinderats finden sich unter www.jgr-radolfzell.onuniverse.com.