Zwei Jahre Pandemie sind an keinem Radolfzeller Verein spurlos vorbeigegangen. Umso größer war die Freunde bei fußballbegeisterten Kindern, dass der SC Freiburg wieder einmal mit dem Kooperationspartner FC Radolfzell zu seinem Füchsle-Tag geladen hatte. An diesem Tag wurde trainiert wie und mit den Profis vom Sportclub Freiburg. Und um die Begeisterung am Fußballspiel weiter zu steigern, ahnte manch Kicker, dass es sich auch um einen Sichtungstag für Talente handelte.

Spieler des FC Radolfzell sammelten nach der Spiele- und Übungseinheit die Kinder des einzelnen Gruppe zusammen und begleiteten sie zum ...
Spieler des FC Radolfzell sammelten nach der Spiele- und Übungseinheit die Kinder des einzelnen Gruppe zusammen und begleiteten sie zum nächsten Übungsfeld.

Doch primär sollten die Kinder zwischen acht und elf Jahren ihren Spaß haben und an einem Nachmittag befreit miteinander Kicken, so der Trainer der Fördergruppe vom Kooperationsprojekt, Rolf Dietrich: Aber wenn beim Füchsle-Tag doch ein außergewöhnliches Talent mit dabei sei, dann würde der Trainer dieses einladen. Teilnehmen konnte 100 Kinder aus den Jahrgängen 2011 bis 2014 im E- und F-Jugend-Jahrgang.

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Zweieinhalb Stunden trainierten sie auf einem vorbereiteten Parcours auf den Außenanlagen des FC Radolfzell das Dribbling, die Kognition, die Geschicklichkeit und Beweglichkeit mit und ohne Gegnerdruck wie auch im Team. Auffallend beim waren der enorme Spaß und die Begeisterung der Kinder, trotz der langen Zwangspausen. Jedes Parcours-Feld hatte seine eigene Idee der Spielförderung mit je eigenem Regelwerk. Es bot die Möglichkeit, dass sich das Kind mit der jeweiligen Herausforderung entwickeln konnte. Die Spieler des SC Freiburg fungierten dabei als Trainer.

Die jüngsten Füchsle-Spieler spielten mit und ohne Gegnerdruck einzeln oder im Team-
Die jüngsten Füchsle-Spieler spielten mit und ohne Gegnerdruck einzeln oder im Team-

Der letzte Füchsle-Tag fand 2019 statt. Dazwischen lag die Pandemie. Sie habe mit den Kindern und den Trainer einiges gemacht, erzählt Rolf Dietrich. Nun sei er glücklich, dass der Füchsle-Tag wieder ausgerichtet werden kann. Für den Radolfzeller Vorstand Jugend, Patric Schmidt, ist die bereits seit zehn Jahre andauernde Kooperation und die Zusammenarbeit mit dem SC Freiburg wichtig.

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Der Füchsle-Tag bedeutet für ihn die Pflege dieser Kooperation. An diesem Tag stehe der FC Radolfzell weniger im Vordergrund, sondern der Spaß für die Kinder. Der Fußballklub habe während der Pandemie weniger Verluste bei den Kindern erlitten wie andere Vereine, erläuterte Schmidt die Situation nach zwei Jahre andauernder Pandemie.

Der FC Radolfzell zehrte dabei von dem Einfallsreichtum seines Kooperationspartners. Der SC Freiburg habe sich während der Pandemie neu erfunden und hatte Video-Formate für Fördergruppen geschaffen sowie auch Fortbildungsmaßnahmen für seine Kooperationsvereine.

Eltern und die Besucher des Füchsle-Tag beim FC Radolfzell wetteiferten mit den Jüngsten mit dem Spaß an der Veranstaltung.
Eltern und die Besucher des Füchsle-Tag beim FC Radolfzell wetteiferten mit den Jüngsten mit dem Spaß an der Veranstaltung.

Die von der Pandemie betroffenen Jahrgänge seien von der Qualität nicht so weit, wie in den Jahren zuvor, erklärt Schmidt aus seinen Erfahrungen: Es gebe gewisse Rückstände, die man aufzuholen habe. Auch sei der sonst für die Altersgruppe typische Bewegungsdrang auf der Strecke geblieben – nicht nur beim Fußball, sondern auch beim Schulsport wie bei den anderen Sportvereinen.

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Überraschender Weise gewinnt der Präsident des FC Radolfzell, Oliver Preisser, der Corona-Pandemie für den Gesamtverein auch etwas Gutes ab. Durch das Lahmlegen des Spielbetriebs reduzierten sich die Kosten für den Klub auf null Euro. Der FC Radolfzell hatte während der Pandemie keine Ausgaben: Gleichzeitig hielten ihm fast sämtliche Sponsoren die Treue. Dadurch habe sich der Klub finanziell erholen können, verdeutlicht Oliver Preisser.

Zum Abschluss gab es für jeden der 100 Kinder Autogrammkarten und Aufkleber.
Zum Abschluss gab es für jeden der 100 Kinder Autogrammkarten und Aufkleber.

Sportlich gesehen, sei die Pandemie jedoch eine Katastrophe gewesen. Besonders für die Entwicklung der jungen Spieler. Ihnen würden nun bis zu zwei Jahren fehlen. Den acht bis zehn Jahre alten Kindern würden somit Entwicklungsschritte fehlen, die sich später in der Qualität bemerkbar machen könnten, erklärt Preisser. Dies beträfe seines Erachtens die Entwicklung sämtlicher Kinder und Jugendlichen unter sozialen wie sportlichen Aspekten – aber auch für die schulische Bildung der Jüngsten.