Wenn den FC Böhringen etwas ganz besonders auszeichnet, dann ist es die tiefe Verbundenheit, die ihm viele seiner ehemals Aktiven über Jahrzehnte hinweg entgegenbringen. So war es dem Vorsitzenden Manfred Harnfest bei der jüngsten Hauptversammlung in der Mehrzweckhalle eine riesige Freude, gleich zehn Mitglieder zu ehren, die dem Verein teils bis zu 65 Jahre lang die Treue halten. „Das gibt uns Ansporn, auch in Zukunft das Beste für unseren Verein zu leisten“, unterstreicht er.

Leichter Rückstand wurde nicht mehr aufgeholt

Doch es gab nicht nur Lobeshymnen an diesem Abend, der Vorsitzende sparte angesichts des verpassten Aufstiegs der ersten Mannschaft in die Kreisliga A nicht mit sportlicher Kritik und appellierte an mehr Ehrgeiz.

Dass etliche Spieler „wegen anderweitiger privater Verpflichtungen“ immer wieder fehlten, habe es schwer gemacht, konstante Leistungen abzurufen und durch den frühen Abbruch der Saison sei es nicht mehr möglich gewesen, den leichten Rückstand aus der Hinrunde aufzuholen.

Aus ähnlichen Gründen sei die Spielgemeinschaft der zweiten Mannschaft mit Überlingen am Ried geplatzt, so dass der Verein in der Konsequenz ohne zweite Mannschaft in die nächste Saison gehen müsse. „Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr wieder mit einer eigenen zweiten Mannschaft antreten können“, so Harnfest.

Dennoch könne man optimistisch in die Zukunft schauen, so der Spielerausschuss-Vorsitzende Fabian Bächle. In der ersten Mannschaft sei es trotz der enttäuschenden Saison gelungen, den Kader mit Schlüsselspielern weiter zusammenzuhalten.

Jugend ist gut aufgestellt

Zudem sei es bereits im Winter gelungen, externe Neuzugänge gut zu integrieren. Viel verspreche man sich auch davon, zur neuen Saison weitere Jugendspieler aus den eigenen Reihen einzubinden.

Die Jugend im FC Böhringen ist gut aufgestellt, wie der Bericht von Jugendleiter Robert Gnädinger zeigte. Die beiden älteren Jahrgänge A- und B-Jugend spielen in der A-Jugend. Insgesamt umfasst die Jugendabteilung 90 Jugendliche. Die Altersklassen Bambini bis D-Jugend spielen mit eigenen Mannschaften, die C- bis A-Junioren in Spielgemeinschaften mit dem SV Bohlingen und dem TSV Überlingen am Ried. Entsprechend groß ist der Bedarf an Trainern. Um die Ausbildung noch effizienter zu machen, will der Verein künftig Eltern und ältere Jugendspieler dabei unterstützen, den Trainerschein zu machen.

Wegfall der Einnahmen verkraftbar

Auch dem FC Böhringen brechen in Coronazeiten die Einnahmen weg. Der Wegfall von großen Veranstaltungen wie dem Firmenlauf oder von Festen, bei denen Mitglieder die Bewirtung übernehmen, treffen den Verein besonders. „Dieses Jahr werden wir noch verkraften können, weil auch die Ausgaben aus dem Spielbetrieb zurückgegangen sind. Nächstes Jahr müssen wir schauen, oder kleinere Brötle backen“, so Kassier Daniel Rottler. Sein Dank galt den Trainern, die auf ihr Gehalt verzichtet haben, und den Sponsoren.

Ortsvorsteher Bernhard Diehl gratulierte den Vorstandsmitgliedern zu ihrer Wiederwahl (siehe Infokasten). „Ich glaube, dass man in der Krise zusammenfinden kann“, lobte er das beispielhafte Miteinander der Vereine bei der Belegung der Sportanlagen. Die Ortsverwaltung werde alles tun, um die Vereine besonders in Pandemie-Zeiten zu unterstützen.

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