„Kann mich mal jemand kneifen“ – Dirigent Markus Müller konnte seinen Augen kaum glauben als endlich der Vorhang vor der Bühne fiel und er gemeinsam mit seinen knapp 50 Musikern und der Rock Cover-Band Stoned Henge in das bis auf den letzten Platz gefüllte Festzelt blicken konnte.

Für viele der über 1000 Besucher war das im Rahmen des Liggeringer Frühlingsfests stattfindende Konzert „Rock & Wind 4.0“ das erste Großereignis nach über zwei Jahren. Bereits zu Beginn des Konzerts verspricht Dirigent Müller „Momente für die Ewigkeit“ und sollte recht behalten – für Musiker sowie Liebhaber der Blas- und Rockmusik gleichermaßen sollte es ein spektakulärer und unvergesslicher Abend werden.

Ein Wagnis, das sich gelohnt hat

Die vierte Auflage des musikalischen Projekts, das im Jahr 2013 zum ersten Mal auf die Bühne gebracht wurde, sollte bereits im vergangenen Jahr stattfinden, musste aber pandemiebedingt verschoben werden. Nach Monaten der Unsicherheit hat sich der Musikverein Liggeringen Ende März entschieden, das Wagnis einzugehen und dem Konzert im Festzelt eine Chance zu geben.

„Wir waren mutig und wurden belohnt“, sagte Markus Müller. Für das Konzertereignis hat Müller 20 Hardrock- und Metalrockstücke für das Blasmusikorchester arrangiert. Sie spielten Stücken wie „Heart of steel“ und „Warriors of the world“ von Manowar, „Bring me to life“ von Evanescence aber auch „Du musst kein Engel sein“ von Rammstein.

Das Konzert Rock & Wind war nicht nur für Blasmusik-Liebhaber ein Höhepunkt. Zu den über 1000 Besuchern zählten zudem zahlreiche ...
Das Konzert Rock & Wind war nicht nur für Blasmusik-Liebhaber ein Höhepunkt. Zu den über 1000 Besuchern zählten zudem zahlreiche Besucher aus der Rock-Szene. Zum spektakulären Konzept gehörte auch eine ausgefeilte Lichtshow. | Bild: Petra Reichle

Und dabei demonstrierten die Musiker gemeinsam mit Sänger Thomas Konzept von Stoned Henge eine spektakuläre Fusion aus Hardrock und klassischer Blasmusik.

Immer wieder warfen die Musiker einen fast ungläubigen Blick ins Publikum. Über zwei Jahre mussten sie darauf verzichten, aber an diesem Abend durften sie endlich wieder vor großer Kulisse auftreten und wurden begeistert gefeiert.

Publikum ist durchgemischt

Zu den weit über 1000 Besuchern zählten neben Liebhabern der Blasmusik auch eine große Anzahl an Zuschauern aus der Rockszene. Dank bombastischer Live-Musik, bekannten Rock-Klassikern wie „Living on a prayer“ von Bon Jovi, die Sänger Thomas Konzept in engem Kontakt mit dem Publikum präsentierte, aber auch einer auffallenden Lichtshow inklusive Feuer-Fontänen kannte die Begeisterung keine Grenzen.

Mit einer Hardrock-Version des Stücks „Phantom of the opera“ aus dem gleichnamigen Musical sorgten Sopranistin Natascha Jankowski und Operntenor Timo Pfeffer für einen besonderen Höhepunkt des Abends.

Timo Pfeffer und Natascha Jankowski zeigen eine Hardrock-Version des Stücks „Phanton of the opera“.
Timo Pfeffer und Natascha Jankowski zeigen eine Hardrock-Version des Stücks „Phanton of the opera“.

Über 50 Musiker standen an diesem Abend auf der Bühne und wurden frenetisch gefeiert, aber der Vorsitzende des Musikvereins Liggeringen Christian Weber ließ die rund 70 Helfer nicht unerwähnt, die diesen Abend erst möglich gemacht hatten.

Ziel: für Blasmusik begeistern

Gemeinsam mit Dirigent Markus Müller ist es Weber ein Anliegen, mit dem spektakulären Konzept Werbung für das Genre Blasmusik zu machen. „Kommt in die Vereine“, rief er dem Publikum zu, nur so könnten diese überleben. Ein besonderes Zeichen setzte Dirigent Markus Müller mit der Zugabe „Music“.

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„Musik war meine erste Liebe und wird auch meine letzte sein. Ohne meine Musik zu leben, wäre unmöglich, denn in dieser Welt voller Probleme bringt mich meine Musik durch“, heißt es in dem Pop-Klassiker von John Miles. Dies gilt sicher ganz besonders für Dirigent Markus Müller. Von dem ungewöhnlichen Konzertereignis wird er ebenso wie alle Musiker und Besucher wohl noch lange zehren können.