Es staubt gewaltig in der Fritz-Kleiner-Straße in Böhringen, die früher mit viel Landwirtschaft eine Lebensader der Gemeinde war. Mit Besen, Spachtel und Farbeimer sind Künstler in diesen Tagen dabei, die leerstehenden alten Wohnhäuser, Scheunen und Ställe als Kunsträume für das Kunstprojekt „7:77 ortszeit“ vorzubereiten, das vom 30. September bis 4. Oktober läuft.

Allesamt bereits in städtischer Hand, sollen die Gebäude irgendwann einmal der geplanten neuen Ortsmitte weichen.

Kunst in Scheunen, Ställen und leerstehenden Wohnhäusern

Das Fischer-Haus, benannt nach seinem letzten Besitzer, und die zugehörige Scheune sind in diesem Jahr als neue Ausstellungsorte hinzugekommen, womit nun in der historischen Straße und am Dorfplatz das Schachthaus, drei Wohnhäuser, vier Scheunen und ein großer Kuhstall für die rund 30 Aussteller zur Verfügung stehen.

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„Wir sind froh über das zusätzliche Haus, können allerdings auch nur das Erdgeschoss nutzen, weil die Treppe zum zweiten Stock hinauf und die Räume dort zu eng sind“, so Victoria Graf.

Ausdrucksstarke Photographien in heruntergewohnten Räumen

Umso mehr freut sich die Fotografin Bette Bayer in diesem Haus untergekommen zu sein, gerade weil die heruntergewohnten Räume mit alten Tapetenmustern eine neue künstlerische Herausforderung für sie darstellen: sie muss für ihre ausdrucksstarken Farbkompositionen nun den ungewohnten Ausstellungsraum einbeziehen.

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Spannend dürfte auch die Wirkung von Eva Lipperts berührender Installation „Schicksalsgöttinnen“ sein. Sie setzt sich dabei unter anderem mit der magischen Zahl 7 als großes Thema der 7:77 Ortszeit auseinander. In diesem Jahr ist es genau 777 Jahre her, dass Böhringen erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Auch Nora Löbes Arbeiten leben davon, dass die Künstlerin auf die ungewöhnlichen Räume einwirkt. Als Vertreterin der Singener Maler ist es ihr zudem gelungen, die großformatigen Bilder der Singener Stadtgartengalerie nach Böhringen zu holen, die die Einzäunung des 2500 Quadratmeter großen Künstlerdorfes zieren werden.

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