Während mit dem Skiclub Höri schon der erste Verein der Region alle Wintersportaktivitäten abgesagt hat, hängt der Skiclub Radolfzell noch in der Schwebe. Was aus den geplanten winterlichen Ausfahrten in die Schweiz und den Skifreizeiten im Januar wird, weiß man noch nicht, sagen Martin Ritsche, der Vorsitzende des Skiclubs Radolfzell, und Patricia Knödler, Pressewartin, bei einem Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Mit gemischten Gefühlen blicken sie auf die kommende Saison. Einerseits sei es das Selbstverständnis des Skiclubs seinen Mitgliedern – vor allem den Kindern und Jugendlichen – etwas zu bieten, den Spaß am Sport zu vermitteln und den Austausch und die Kameradschaft zu fördern. Andererseits habe die Gesundheit der Mitglieder oberste Priorität. „Wir wollen niemanden einem unnötigen Risiko aussetzen“, meint Ritsche, sagt aber auch: „Noch planen wir wie bisher.“ Mit allen Kursen und Fahrten. Und doch klingt es, als glaube Ritsche selbst nicht mehr an diese Saison.

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Denn sollten die Fahrten stattfinden, müsste der Skiclub noch ein ausgeklügeltes Hygienekonzept erarbeiten. Und gerade da sind noch viele Fragen offen: „Wie sorgen wir für Abstand am Lift? Wie bringen wir die Leute ins Skigebiet? Wie immer mit Bussen? Dürfen wir das in der Auslastung? Müssten die Teilnehmer privat anreisen? Wären die Kosten höher? Wie disziplinieren wir die Kinder, Abstand zu halten?“ Viele Fragen auf die Ritsche noch keine Antworten hat – sie auch nicht haben könne, weil man im Vorstand noch darüber entscheiden müsse. Noch immer diskutiere, sagt er. „Wir sind ziemlich hin- und hergerissen“.

Die Entscheidung für die Skifreizeiten im Winter soll in den kommenden drei Wochen fallen. „Für die Skikurse versuchen wir es, so lang wie möglich hinauszuzögern“, sagt Patricia Knödler, aber auch sie weiß, lange geht das nicht mehr.

Schweren Herzens habe man schon die Skilehrereinweisung, den Brettlemarkt und den Christkindlemarkt absagen müssen. Und das sei gerade aus finanzieller Sicht ein harter Schlag, waren der Brettle- und der Christkindlemarkt für den Skiclub doch „wirtschaftliche Highlights“, wie Ritsche es ausdrückt. Und dieses Geld fehlt eben. „Das macht sich schon bemerkbar.“

Jubiläumsjahr mit Aktionen geplant

Für die Kinder und Jugendlichen sei die Absage der Skifahrten, sollte es soweit kommen, besonders schade. „Gerade die jungen Leute sind doch so schneebegeistert“, sagt Patricia Knödler. Für sie seien die Ausflüge in den Winterferien oft auch eine Abwechslung.

Hinzu kommt, dass Patricia Knödler und Martin Ritsche nicht irgendeine Saison planten, sondern eine ganz besondere: Denn eigentlich hätte das kommende Jahr ein Jubiläumsjahr werden sollen. Schließlich steht für Skiclub im November 2021 das 100-Jähriges Bestehen an. „Und das wollten wir gebührend feiern“, sagt Patricia Knödler.

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Von November diesen Jahres bis November 2021 sollte es gut ein Dutzend kleine und große Aktionen geben: Skikurse, Kinder- und Jugendcamps im Winter. Ein Sommerfest, ein Wanderwochenende im Herbst und für die Jugendlichen als Pendant zu den Winterfreizeiten auch ein Sommercamp. „Für Jugendliche, die Abenteuerluft schnuppern wollen.“

So wollte der Skiclub ein Jahr Präsenz zeigen. Und plante schon, da war Corona noch in weiter Ferne. „Und jetzt hängen wir ziemlich in der Luft“, sagt Ritsche. Was überhaupt noch stattfinden kann, wisse niemand so recht. „Wir müssen uns da der jeweils aktuellen Lage anpassen.“ Und die ändere sich fortwährend.

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