Kein Ort war in den vergangenen Corona-Quarantäne-Wochen so gut besucht wie das Internet. Jeder hat dort plötzlich irrsinnig viel Zeit verbracht, aus Mangel an Alternativen. Aber einfach nur Katzenvideos und süße Hundebilder konsumieren ist vielen nicht genug. Die Challenge ist zurück.

Kettenbriefe waren gestern

Analog zu den lästigen Kettenbriefen, die einen frühen Tod oder Unglück prophezeiten, wenn man ihn nicht an 84 seiner engsten Freunde weiterleitete, möchten die Challenges aktuell nur Spaß bereiten. Sinn und Zweck ist es, eine Gruppe dazu zu bringen, etwas lustiges zu machen, das mit einem Video oder Bild ins Internet zu stellen und gleichzeitig, einem Schneeball-System ähnlich, andere zu nominieren. Unter normalen Umständen hätte keiner Zeit und Muße für solche eine Form der Unterhaltung. Aber was ist heute schon normal?

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Eben, nichts. Deswegen hat die Klopapier-Challenge jüngst bei Narrenvereinen reißenden Anklang gefunden. Regeln gibt es grob keine, außer dass der Verein ein Video mit einer Klopapierrolle in der Hauptrolle drehen muss. Dafür hat der Verein 48 Stunden Zeit, was nicht viel ist. Und wenn kein Video gemacht wird, schuldet der Herausgeforderte dem Herausforderer ganz viel Bier oder so. Auf der Höri ging es los mit der Nominierung durch die Hopfenzunft in Winterspüren. Die herausgeforderten Käfertaler lieferten äußerst souverän ab. Die Klopapierrolle wird durch ganz Hemmenhofen geworfen und gerollt, mal abgewickelt und mit Schlägern maltretiert.

Hier wachsen Klopapierrollen

Sie selbst reichen den Stab unter anderem an die Hägelisaier in Gaienhofen weiter. Diese produzieren in Wndeseile ebenfalls ein sehr sehenswertes Video, Ex-Präsidentin Corinna Blondzik-Burgo im Whirlpool mit Weinschorle inklusive. Hier wird die arme Klopapierrolle im Thermomix gerührt und letztlich mit der Axt gespalten. Die Bützigräbler aus Iznang haben sogar versucht, Klopapierrollen anzupflanzen. Mit Erfolg, wie im Video zu sehen ist. Die vielen großartigen Videos – das ist nur ein kleiner Ausschnitt – gibt es auf den jeweiligen Facebook-Seiten der Zünfte.

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Einer anderen Herausforderung hat die Froschenzunft Radolfzell angenommen. Sie wurden für die Mauldäschle-Challenge nominiert. Was nicht wirklich etwas mit Essen zu tun hat. Eine Collage aus Selfies mit ihren jeweiligen Mundschutz-Masken war gefordert. Nicht jeder trägt die Maske im Gesicht, einiges erinnert an Kopfgeld-Plakate aus dem Wilden Westen. Aber wer hätte es gedacht, dass selbst das rote Narrentuch ein 1a-Mundschutz hergibt?

Die Kolumne: Das Corona-Tagebuch der Redaktion Radolfzell begreift sich als hoffentlich vorübergehende Erscheinung.

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