Der neugewählte Radolfzeller Seniorenrat konnte in diesem Jahr nur wenige Sitzungen abhalten – dann bremste die Corona-Pandemie dessen Aktivitäten aus. Nun tagte er im Bürgersaal im Rathaus, um die gebotenen Abstände der Ratsmitglieder untereinander gewährleisten zu können.

Die Mitglieder wählten Jürgen Schraff zum zweiten Stellvertreter der Vorsitzenden Paula Bickel. Auf Wunsch des Seniorenrates Bernd Meßmer richtete die Verwaltung eine Hotline für ältere Mitbürger in Zeiten der Corona-Pandemie ein. Wöchentlich wurde sie zwei Mal in Anspruch genommen. Radolfzeller Senioren können unter der Rufnummer (0 77 32) 81-245 ihre Anliegen bezüglich der Corona-Krise und deren Bewältigung übermitteln und Beratung erfahren.

Besuchsmöglichkeiten in Pflegeheimen

In den Räumen der Tagespflege des Pflegeheims „Hospital zum Heiligen Geist“ wurde eine Möglichkeit geschaffen Angehörige zu besuchen. Oftmals reiche schon das Sehen der Familienmitglieder untereinander aus, um Besorgnisse zu befrieden, so die Ratsvorsitzende Paula Bickel. Im Pflegeheim Pro Seniore sei ebenso eine Besuchsmöglichkeit für Angehörige an der Terrasse errichtet worden.

Der Seniorenrat entsendet Mitglieder in die städtischen Ausschüsse und zu den Sitzungen des Gemeinderates. Ein Schwerpunkt der Arbeit des Seniorenrats ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für ältere Mitbürger. Rund 30 Prozent des Böhringer Neubaugebiets soll als bezahlbarer Wohnraum ausgewiesen werden, informierte Paula Bickel.

Der Präventionsrat wolle sich an die Radolfzeller Bevölkerung wenden und Aufklärungsmaßnahmen zu den im Umlauf befindlichen Corona-Verschwörungstheorien planen, berichtete Katharina Gätjens von der jüngsten Sitzung des Rates.

Der Seniorenrat bemängelte die Akustik vergangener Gemeinderatssitzungen, die er mit einer Abordnung besuchte. Die Gruppe habe die Gemeinderäte nur sehr schwer bis gar nicht verstehen können.

Auch das Sommerfest fällt ins Wasser

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie betreffen auch die Veranstaltungen für Senioren. Paula Bickel informierte den Rat über eine Reihe ausgefallener Veranstaltungen für Senioren. So sei im Juli die vom DRK angebotene Bootsfahrt ebenso gestrichen wie der Seniorennachmittag anlässlich des Hausherrenfestes im Milchwerk. Auch das vom Seniorenrat angebotene Sommerfest falle ins Wasser, da noch ungewiss sei, wann das Mehrgenerationenhaus (MGH) geöffnet werde.

Das MGH bereite aktuell ein Hygiene-Konzept vor, bei dem im großen Saal zehn Personen zugelassen werden könnten, so der städtische Leiter der Geschäftsstelle des Seniorenrats, Friedhelm Niewöhner. In zwei Wochen sollen alle Nutzer des MGH schriftlich über die Möglichkeiten für ihre Projekte und Veranstaltungen informiert werden, erläutert Katharina Gätjens. Vor Oktober könne keine Informationsveranstaltung des Seniorenrats im MGH stattfinden, erläuterte Paula Bickel.

Die Seniorenräte sprachen sich für eine neue Informationsbroschüre aus, die Angebote für Senioren in Radolfzell dokumentieren soll. Sie präferieren eine Gemeinschaftspublikation sowohl im Printfomat wie in digitaler Form zum Vorlesen für Senioren mit Handicap.

Treffpunkt für Senioren internationaler Herkunft

Von weltweit 193 Nationen sind in Radolfzell rund 100 vertreten. Mehrere von ihnen würden bereits in der dritten Generation in der Kreisstadt leben und ihren Lebensabend dort verbringen. Seniorenrat Mario Boromeo Ferre ist italienischer Herkunft und regte für Senioren mit internationaler Herkunft eine Treffmöglichkeit zur gemeinsamen Freizeitgestaltung an.

Der städtische Leiter der Seniorenratsgeschäftsstelle, Friedhelm Niewöhner, berichtete über die Vorteile der Digitalisierung, die auch den Lebensalltag von Senioren unterstützen könne. Als Maßnahme, sich dem Thema anzunähern, gründete der Rat eine interne Lerngruppe für den Gebrauch virtueller Kommunikation via Videochat.

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