Trotz des stürmischen Herbstwetters wurde die Einladung des SPD-Ortsvereins und der SPD-Gemeinderatsfraktion zu einem Spaziergang an der Seepromenade gut angenommen. An mehreren Stationen erklärte Fraktionsvorsitzender Norbert Lumbe, wie die Fläche am Ufer sich verändern soll. In Gesprächen mit Bürgern und Pächtern führte Lumbe aus, welche Art Gastronomie angeboten werden soll, welche baulichen Veränderungen in Planung sind und welche bereits in Kürze realisiert werden sollen.

An der Karl-Wolf-Straße in Höhe des Wasserspielplatzes begrüßte Hannes Ehlerding, der gemeinsam mit seiner Frau Anne Meßmer den Vorsitz des SPD-Ortsvereins übernimmt, die Anwesenden, die weder Wind noch Nieselregen scheuten. Der Spielplatz habe den Startschuss zur Entwicklung des Areals an der Uferpromenade in Richtung Westen bis zum Streuhau gegeben, so Lumbe. Die Tatsache, dass außer dem Spielplatz keine weiteren Veränderungen realisiert seien, zeige an, wie schwierig es sei, an dieser sehr attraktiven Entwicklungsfläche der Stadt etwas umzusetzen. In der vergangenen Woche seien allerdings erstmals konkrete Zahlen und Ideen genannt worden.

Wo bis vor kurzer Zeit das Molencafé stand, ist jetzt nur noch eine Kiesfläche zu sehen. Nach der ursprünglichen Planung sollte dort bereits der Rohbau für den künftigen Gastronomiebetrieb stehen. Dieser soll im Sommer 2022 fertig sein, wie Norbert Lumbe (links) beim Spaziergang der SPD mit Bürgern erläuterte.
Wo bis vor kurzer Zeit das Molencafé stand, ist jetzt nur noch eine Kiesfläche zu sehen. Nach der ursprünglichen Planung sollte dort bereits der Rohbau für den künftigen Gastronomiebetrieb stehen. Dieser soll im Sommer 2022 fertig sein, wie Norbert Lumbe (links) beim Spaziergang der SPD mit Bürgern erläuterte. | Bild: Natalie Reiser

Ein erstes Projekt, das nun zügig in Angriff genommen werden soll, sei der Neubau eines Gebäudes, das ein Restaurant auf der Hafenmole beherbergen soll. Das ehemalige Gebäude wurde abgerissen. Aktuell ist die Fläche mit Kies belegt. „Eigentlich sollte der Rohbau zu diesem Zeitpunkt bereits stehen, im Sommer 2022 soll das Schmuckstück am See aber tatsächlich fertig sein“, erklärte Lumbe. Mit einem Detail der Planung sei er allerdings nicht glücklich: Die Mülleimer für die künftige Gastronomie sollen umzäunt und in einiger Entfernung zum Restaurant, an der Promenade direkt gegenüber dem Eingang des Wassersportclubs Wäschbruck untergebracht werden.

Hinter der Personengruppe, anschließend an den Heckenvorsprung bis dorthin, wo jetzt die Bank steht, ist eine Abstellfläche für Mülltonnen der künftigen Gastronomie an der Mole geplant. Fraktionsvorsitzender Norbert Lumbe (links) erklärt die geplanten Veränderungen am Seeufer.
Hinter der Personengruppe, anschließend an den Heckenvorsprung bis dorthin, wo jetzt die Bank steht, ist eine Abstellfläche für Mülltonnen der künftigen Gastronomie an der Mole geplant. Fraktionsvorsitzender Norbert Lumbe (links) erklärt die geplanten Veränderungen am Seeufer. | Bild: Natalie Reiser

In der Folge soll der Platz zwischen Bahnhof und Mole eindeutiger zwischen Gastronomie und Bodenseeschifffahrt aufgeteilt werden. Die Häuschen, in denen ein Eiscafé und der Kartenverkauf untergebracht sind, würden abgerissen, so Lumbe. Antonio Nadile, der das Eiscafé betreibt, wies darauf hin, dass der bestuhlte Platz seines Cafés der einzige Platz sei, an dem Gäste eines Restaurants in Radolfzell den Sonnenuntergang mit Blick in den Hegau genießen können. Ferner bemängelte er, dass die Kapazität der aktuell angebotenen Gastronomie am Ufer den Besucherandrang im Sommer nicht bewältigen könne. Juliane Meier, Inhaberin der Seebar, stimmte zu.

Seebar soll den Biergartencharakter behalten

Das Restaurant an der Mole solle erste Entspannung schaffen, so Lumbe. Auch die weiter westlich gelegenen kleinen Verpflegungsangebote sollten später verändert werden. Frühestens 2022 werde das „charmante Provisorium der Seebar“ durch ein stabiles Gebäude ersetzt. Nachteile, wie eine fehlende Küche und die externe Toilettenanlage, sollen so behoben werden. Jedoch sei es zwingend geboten, dass der Biergartencharakter aufrechterhalten bleibe.

Abschließend ging Lumbe auf eine mögliche Bebauung des Streuhaus ein. Es bahne sich ein Kompromiss zwischen Naturschützern, die sich gegen eine Bebauung aussprechen, und Befürwortern eines touristischen Standorts an dieser Stelle an. Bislang seien die Verhandlungen nicht öffentlich, so Lumbe, doch es zeichne sich die Möglichkeit einer maßvollen Bebauung ab. Stadträtin Susann Göhler-Krekosch freute sich über die Beteiligung der Bürger, die angeregte Diskussion zeige, dass Gesprächsbedarf bestehe.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €