„Es wird wieder eine unbeschreiblich schöne Atmosphäre geben“, freut sich Victoria Graf, Organisatorin des viertägigen Kunst- und Kultur-Spektakels „7:78 Ortszeit Heimat“ in Böhringen, das am kommenden Donnerstag mit mehr als 40 Künstlern startet.

Wissenswertes zu 7:78 Ortszeit Heimat

Auch wenn die Serie dieser ungewöhnlichen Kunstinszenierungen in den alten, zum Abbruch bestimmten Wohngebäuden, Scheunen und Ställen im Böhringer Ortskern mittlerweile ins vierte Jahre geht, wird das große Kulturwochenende von der Bevölkerung mit Spannung erwartet, zumal es in diesem Jahr als Ortsteil-Projekt zu den Heimattagen noch größer, bunter und mit viel Live-Musik angekündigt ist.

Als neuer Kunstort kommt die St. Nikolaus-Kirche hinzu, und auch der allererste Kindergarten im Ort, an den sich nur noch wenige ältere Mitbürger erinnern, wird bespielt.

Künstler fasziniert von Möglichkeiten

Nach dem Erfolg der vergangenen Jahre – selbst 2020, wo die Veranstaltung nur unter strengen Corona-Auflagen stattfinden konnte – sind die inzwischen internationalen Künstler immer wieder fasziniert von den Möglichkeiten in den alten Gemäuern, die sie zu teils aufwendigen und professionell ins Licht gerückten Inszenierungen inspirieren.

Selten prallen Ästhetik und Vergänglichkeit so direkt aufeinander wie hier. „Plötzlich wird das Alte und Verfallene wieder interessant, neu und schön anzusehen. Menschen und Musik hauchen den todgeweihten Gebäuden neues und vibrierendes Leben ein“, schwärmt Victoria Graf. „So wird man sie nie wieder sehen! Denn jede Ortszeit dauert nur vier Tage und jede ist anders, weil die Künstler in den Räumen wechseln“, macht die umtriebige ortsansässige Künstlerin deutlich.

Auch „junge Wilde“ machen mit

Viele hätten zudem das Thema Heimat in ihren Arbeiten aufgegriffen, so dass einige Wände in diesem Jahr ganz besondere Geschichten erzählten. Stolz ist sie als Organisatorin darauf, dass dieses Jahr neben namhaften Künstlern der Region auch ganz viele – wie sie sagt – „junge Wilde“ mitmachten wie beispielsweise Leonard Spöring aus Tübingen, Tini Marsanu und Lena Nübling aus Freiburg, Jan Tavernier aus Weil oder auch Jan Klingenberg aus Böhringen, der außergewöhnliche Gitarren baut.

Ebenfalls dabei ist Heike Sauer, bekannt als Kabarettistin Marlies Blume, die aus Gruschd besondere Kunstobjekte zaubert, natürlich immer mit einer Prise Satire gewürzt. Künstler der Stadtgartengalerie Singen, deren Werke das umzäunte Gelände schmücken, wie auch etliche Akteure aus der Kulturgesichter-Aktion tragen zur Vielfalt der Veranstaltung bei.

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„Wo trifft man schon auf einen Ort, der die ganze Bandbreite der Kreativwelt zeigt, von Rock bis klassisch-experimenteller Musik und Theater über Installationen, Malerei, Skulpturen, Landart bis hin zu begehbaren Kunst-Räumen? Das ist wirklich ein außergewöhnliches und spannendes Projekt, das was wir hier in Böhringen alle zusammen auf die Beine stellen“, unterstreicht Victoria Graf, und dankt auch der Ortsverwaltung und den Technischen Betrieben.

„Es gibt viel zu gucken. Wichtig ist uns allen, dass man Zeit mitbringt, um die vielen inspirierenden Erlebnisse der 7:78 Ortszeit auch auskosten zu können – oder vielleicht ein zweites Mal kommt“, so die Organisatorin abschließend.