Blasmusik trifft auf Hardrock – und das bereits zum vierten Mal. Der Musikverein Liggeringen möchte gemeinsam mit der Coverband Stoned Henge am Samstag, 7. Mai, mit dem gemeinsamen Musikkonzert „Rock und Wind“ ihr Publikum erneut erobern. Das musikalische Erlebnis ist Teil des Frühlingsfests des Blasorchesters.

Zuletzt pilgerten über 1000 begeisterte Besucher aus sämtlichen Altersklassen zu dem gemeinsamen Projekt in das Festzelt vor der Liggeringer Litzelhardthalle. Das Konzert der 47 Blasmusiker und fünf Hardrock-Bandmitgliedern beginnt um 20.30 Uhr; der Einlass ist eineinhalb Stunden früher. Als weitere musikalische Gäste werden der Operntenor und Musical-Interpret Timo Pfeffer sowie die Sopranistin Natascha Jankowski erwartet. Mit ihren Auftritten bringen sie den Glanz der großen Schaubühnen in das Festzelt.

Corona sorgt für Verschiebung um ein Jahr

Im letzten Jahr wäre das Musikprojekt Rock und Wind Teil der Heimattage in Radolfzell gewesen. Der Musikverein entschied sich jedoch Ende 2020, das Konzert wegen der Pandemie um ein Jahr zu verschieben. „Die Geduld und unser Mut haben sich ausgezahlt“, ist sich der Musikvereinsvorsitzende Christian Weber angesichts des überaus prächtig angelaufenen Vorverkaufs sicher.

Geprobt werde mit den nahezu 50 Blasmusikern und der fünfköpfigen Hardrock-Band Stoned Henge seit der Fasnacht zweimal pro Woche. Die bisherigen Proben seien sensationell gewesen, schwärmt der Dirigent Markus Müller. Die Vorbereitungen seien sogar mehr auf den Punkt gebracht worden als in den Proben zu den letzten drei Konzertprojekten, ist er sich sicher.

Dirigent arrangiert 20 Rockstücke für das Projekt

Der besondere Reiz des Rock und Wind Konzerts bestehe darin, dass eine professionelle Rockband mit einem klassischen Blasorchester kombiniert werde, erläutert Markus Müller. Hierfür habe er zwanzig Hardrock- und Metalrock-Stücke für das Blasmusikorchester arrangiert.

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Mit dieser Fusion sollen die Grenzen beider Musikstile gesprengt und Neues in der Musik geschaffen werden. Das Prinzip wird auch auf bei anderen Auftritten angewendet: Das Gesangsduo Timo Pfeffer und Natascha Jankowski werde beim gemeinsamen Konzert eine Hardrock-Version aus dem Musical Phantom der Oper darbieten.

Das Ziel: Blasmusik salonfähig halten

„Mit den Rock und Wind Konzerten möchten wir nach vorne preschen und das Blasmusik-Genre salonfähig halten“, erklärt der Dirigent vom MV Liggeringen. Dabei hat Markus Müller die Entwicklung der Musikvereine in Baden-Württemberg mit ihren großen Mitgliederschwünden vor Augen.

Durch die strengen Auflagen zur Eindämmung der Pandemie geht der Dirigent davon aus, dass sich allein in diesem Jahr die Zahl der Vereinsauflösungen verdreifachen werde. Er zitiert damit den Präsidenten des Landesmusikverbands. Mit dem Projekt Rock und Wind wolle der Musikverein Liggeringen nun die Blasmusikorchester ermuntern, andere Musikstile auszuprobieren.

Mut zu derlei Musikprojekten

Angesichts des sehr gut angelaufenen Vorverkaufs und der Stimmung unter den Musikern spricht der Vorsitzende den vielen Amateurmusikern Mut zu: „Projekte wie Rock und Wind sind möglich“, sagt Christian Weber mehr als zuversichtlich. Möglich sei das auch, wenn sie nicht zu der traditionellen und klassischen Blasmusik gehören würden.

Mit dem Blasmusik-Rock-Projekt werde auch eine neue Zielgruppe für die Blasmusik angesprochen. Denn es gebe auch Besucher aus der Rock-Szene, die ihre Lieder aus der Jugend in einem neuen Arrangement mit über 50 Musikern und großer Lichtschau erleben wollen, so der Veranstalter. Indirekt ist das Musikprojekt aus Liggeringen bereits geadelt worden: Dirigent Müller erhielt eine Anfrage vom Bundespolizeiorchester für einen Notentransfer des Arrangements.