Einen der größten Vereine in Radolfzell zu organisieren und diesen zukunftsfähig zu halten, ist eine Herausforderung für ehrenamtlich Engagierte. Das Corona-Jahr bedeutet für den Vorstand zusätzlichen Einsatz, um den Sport unter der Einhaltung der Hygiene-Auflagen aufrecht zu erhalten. Die Mitgliederversammlung bestätigte im Turnerheim auf der Mettnau einstimmig den Vorstand im Amt und genehmigte die Erhöhung der Ehrenamtspauschale für den Vorstand von 300 auf 720 Euro jährlich. Doch trotz des neuen monetären Anreizes blieb die Stelle für den stellvertretenden Vorsitz weiterhin vakant.

Einnahmen und Ausgaben in 2019

Die wirtschaftliche Bilanz des Vereins ist mit einem kleinen Plus ausgeglichen und der Verlust aus dem wirtschaftlichen Zweckbetrieb kompensiert. Der Verein verzeichnet im Geschäftsjahr 2019 ein Gewinn von 128 Euro. Insgesamt nahm er 146.065 Euro ein – zwei Drittel aus seinen Mitgliedsbeiträgen samt Kursgebühren. Dem standen Ausgaben in Höhe von 145.937 Euro gegenüber.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Hauptaufwendungen betrugen für seine Geschäftsstelle und den Zweckbetrieb Sport in Höhe von insgesamt mehr als 100.000 Euro. Der Verein investierte in sein Turnerheim auf der Mettnau und erneuerte die Eingangstür, die WC-Anlagen sowie die Filteranlage in der Küche. Er strich das Dachgebälk, hängte Schilder für die Notausgänge auf und befestigte am Spielplatz ein Schild mit genauer Adresse und Notfallrufnummer.

Logo ist jetzt geschützt

Das Logo des Turnvereins Radolfzell wurde unter Schutz gestellt und beim Patent- und Markenamt als Bild- und Wortmarke eingetragen. Grund hierfür war die zweckentfremdete Nutzung des vom Verein bereits seit Jahren verwendeten Slogans „Wir bewegen Radolfzell„ von einer Radolfzeller Partei in deren zurückliegendem Kommunalwahlkampf, erläuterte die Vorsitzende Annette Neitsch.

Zudem habe der Verein die Verträge mit seinen Übungsleitern und Trainern erneuert. Zum Schutz der Kinder sehen diese nun ein erweitertes Führungszeugnis vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Schutz gegen Wildparker

Zwar möchte der Verein seine Gäste im Turnerheim grundsätzlich freundlich und offen begrüßen. Doch stand er in diesem Jahr vor der Notlage, seine Liegenschaft vor vereinsfremder Nutzung schützen zu müssen. Denn das Parkgelände wurde von Unbefugten als eine Art erweiterter Stellplatz des neuen Wohnmobilplatz auf der Mettnau angesehen. Ebenso wurde das Sportgelände am Seeufer von Fremden als Liegewiese genutzt oder als Hundeklo missbraucht. „In erster Linie fühlt sich der Verein seinen Mitgliedern verpflichtet“, so Annette Neitsch.

Da der Turnverein einen größeren Sport- und gut funktionierenden Wirtschaftsbetrieb habe, brauche er seine eigene Parkplätze. Auch könne er das Verkehrsaufkommen der benachbarten Werft nicht tragen. In einer Schnellaktion wurden im Sommer die Parkplätze mit Ständern und Ketten geschützt. Künftig möchte der Verein sein Gelände zwischen dem Spiel- und Parkplatz mit einer erweiterten Hecke, mit Schildern und einem Tor vor einer fremden Nutzung besser abgrenzen.

Der Radolfzeller Turnverein ist mit der Rudergemeinschaft „Seemalrhein“, der Jongliergruppe „Drop am See“ sowie der Narrenvereinigung „Narrizella Ratoldi„ freundschaftlich in einem Netzwerk verbunden. Fortan soll der Narrenverein die Anmeldung für den Hemdglonker-Umzug übernehmen. Im Gegenzug sagte der Turnverein für den Umzug die Manpower zu, so Neitsch.

Entschuldigung wegen Klepperle-Spruch zu Josefine Fetzer

Das Kleppern gehört im Turnverein mit zur Pflege des Brauchtums und wurde im vergangenen Jahr in die Satzung verankert. Als Reaktion auf die Verlegung eines Stolpersteins in Gedenken an Josefine Fetzer entschuldigte sich die Vorsitzende im Namen des Turnvereins Radolfzell für die jahrzehntelange Verunglimpfung ihrer Person in einem Klepperle-Spruch. „Unwissenheit ist keine Entschuldigung“, betonte Neitsch. „Doch wir können uns anstrengen, es zu korrigieren“. Ihre Ansprache wurde mit großem Beifall von der Versammlung quittiert.

Hallenplatz für neue Angebote fehlt

Der Sportausschuss sammelte für die Haushaltsplanung die Vorschläge und Maßnahmen der Abteilungen. Wegen dem hohen Aufwand, der kleinen Fläche sowie der geringen Resonanz möchte der TV vom Sportsday am Seemaxx künftig Abstand nehmen, erläuterte der Ressortleiter für Sport, Georg Baur. Der Verein möchte gerne sein Sportangebot erweitern. Er steht jedoch vor dem Problem, dass es nur eine begrenzte Anzahl an Radolfzeller Hallen mit festen Belegungszeiten gebe, so Bauer.

Hinzu komme, dass es mehr Sportvereine gebe, die Belegungsstunden benötigen. Daher sei es schwierig neue Sportangebote in Hallen zu installieren. Im Vereinsheim hingegen kam nun das neue Sportangebot Yoga unter. Für das Angebot Streetdance konnte der TV ein Fitness-Studio gewinnen, das einen Raum mit Spiegelwand kostenfrei zur Verfügung stellt.

„Der Jugendvorstand ist aktiver denn je“, lobte Georg Baur die Zusammenarbeit, Bauer würdigte besonders dessen Unterstützung im Verein.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €