Gut sechs Wochen, nachdem die Böhringer Kindergartenkinder ihr neues Domizil in der Freiherr-vom-Stein-Straße bezogen haben, wurde das städtische Kinderhaus in Böhringen jetzt offiziell eingeweiht. Es war Corona-bedingt der erste Anlass dieser Art, an dem die wichtigsten Gäste nicht teilnehmen konnten. „Doch auch wenn die Kinder, die die Seele dieses Hauses ausmachen, heute nicht da sind, kann man das Leben und die Wärme dieser Einrichtung spüren“, sagte Oberbürgermeister Martin Staab in seiner Begrüßung.

„Ein richtig gutes Bildungsangebot“

Mitten in der herbstlich geschmückten „Piazza Bambini“ mit einem lebenden Baum in der Mitte, dem Herz des Hauses als zentraler Treffpunkt für die Kinder, strahlten das Team der Verwaltung, die Planer, Erzieherinnen und Stadträte um die Wette über das gelungene Haus, in dem bis zu 70 Kinder betreut werden können. Die gut durchdachte Einrichtung mit besonderem Raumkonzept „für ein richtig gutes Bildungsangebot“ zeige einmal mehr die Verantwortung für eine zeitgemäße Kinderbetreuung in einer familienfreundlichen Stadt, betonte Staab.

Der Ausbau der Kinderbetreuung sei seit vielen Jahren ein Schwerpunkt der Stadtentwicklung und werde mit den geplanten Kindergarten-Neubauten und -erweiterungen in Markelfingen, Stahringen, Netzfeldwies Böhringen und weiteren Projekten fortgesetzt, erklärte er. Deshalb sei in den nächsten drei Jahren vermutlich zweimal jährlich mit Einweihungsterminen zu rechnen.

Sechs Jahre von Idee bis Umsetzung

Bis das Kinderhaus Böhringen gebaut wurde, brauchte es sechs Jahre. Zunächst war angedacht, den 30 Jahre alten zweigruppigen städtischen Kindergarten, der bis zum Umzug betrieben wurde, zu sanieren und dreigruppig auszubauen, was aber nicht wirtschaftlich gewesen wäre – auch angesichts der gestiegenen Anforderungen für Ganztageseinrichtungen. Nach längerem Hin- und Her über Standort und Raumkonzept fällte der Gemeinderat die Entscheidung zum Neubau der Einrichtung direkt neben dem alten Kindergarten im Anschluss an das Neubaugebiet Hübschäcker und zum Abriss des alten Gebäudes.

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Der geplante Kostenrahmen von 3,75 Millionen, so Martin Staab, konnte eingehalten werden. Wie bei allen Neubauten der Stadt, habe man zudem besonderen Wert auf das Energiekonzept und die Nachhaltigkeit aller verwendeten Baustoffe gelegt. Das Haus in Massiv- und Holzbauweise mit Photovoltaikanlage und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung weise Energiestandard KfW 55 auf, führte er weiter aus. Er freute sich sichtlich über den atmosphärisch schönen Lebensraum, der hier für Böhringens jüngste Einwohner entstanden ist und wünschte allen, die in dem Haus arbeiten oder spielen, viel Glück.

Eine „interessante Herausforderung“

Architekt Gerhard Maier von der Bauraum Gmbh Konstanz bezeichnete die Aufgabe, ein dreigruppiges Kinderhaus für ein differenziertes Betreuungsangebot mit altersgemischten Gruppen auf 800 Quadratmetern um den bestehenden Kindergarten zu bauen, als „interessante Herausforderung“. Als Besonderheit hob er hervor, dass eine spätere Erweiterungsmöglichkeit des Kinderhauses bereits in das Konzept integriert wurde.

Vor allem aber seien die beiden überdachten langen Terrassen im Osten und Westen eine tolle Sache für die Kinder. Er dankte allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit. Anstatt wie sonst oft üblich einen leckeren Schlüssel aus Hefeteig zu überreichen, übergab er den Ficus longifolia seiner Bestimmung: Gemeinsam mit den Fachplanern hatte er den stattlichen Baum zur Einweihung gestiftet.

„Ein richtiges Kinderparadies„

„Die Kinder haben sich vom ersten Moment an wohlgefühlt“, berichtete Lunara Kinn, Leiterin des Kinderhauses den Gästen. „Es ist für uns alle ein ganz tolles Arbeiten. Wir alle sind glücklich!“ Einen besonderen Dank richtete sie an ihr neunköpfiges Team für den großen Einsatz beim Umzug. Beim anschließenden Rundgang sagte Bürgermeisterin Monika Laule: „Es ist ein richtiges Kinderparadies geworden“.

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