Gerald Jarausch

Die Adventszeit ist angebrochen, auch die Zeit der Weihnachtseinkäufe beginnt damit. Für Einzelhändler ist das Weihnachtsgeschäft eine ganz wichtige Phase im Verkaufsjahr. Dann nämlich erfüllen sich die Menschen und ihren Liebsten gerne die Herzenswünsche.

Hier zeigt sich nicht nur wie groß der individuelle Wohlstand ist, sondern wie die Menschen in die persönliche Zukunft blicken. Fühlen sie sich sicher und blicken optimistisch in die kommende Zeit, dann sind sie eher gewillt, mehr Geld für Umsetzung der Wünsche in die Hand zu nehmen. Nur wie verhalten sich die Radolfzeller in diesem Jahr?

Unsicherheit bei den Menschen

Wenn man den Aussagen der Radolfzeller Einzelhändler glaubt, dann scheint es trotz der offenbar überwundenen Hochphase der Corona-Pandemie immer noch oder wieder eine gewisse Unsicherheit unter den Menschen zu geben. Denn laut Hermann Kratt vom gleichnamigen Kaufhaus am Radolfzeller Marktplatz ist das Niveau in etwa so hoch „wie in den zwei vergangenen Jahren“, wie er feststellt.

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Ohnehin bewegt man sich auf einem niedrigeren Level, als vor einigen Jahren: „Bisher ist es noch ruhig, wie das ganze Jahr“, erklärt er weiter. Allerdings beginnt das klassische Weihnachtsgeschäft nach seiner Auffassung erst. „Es ist noch früh. Das hat jetzt erst angefangen“, sagt er.

Die Bedingungen sind besser als zuletzt

Bei Sonja Uhl im Spielwarengeschäft Swars in der Schützenstraße finden sich nach ihrer Aussage wieder mehr Menschen als in den vergangenen zwei Jahren ein. Das liegt nicht zuletzt an den verbesserten Rahmenbedingungen für den Einzelhandel. Während vor zwei Jahren der Lockdown denkbar ungünstig für die Händler war, schätzen die Menschen den Einkauf vor Ort wieder: „Viele wollen bei uns kaufen. Wir sind sehr dankbar dafür, dass die Kunden zu uns stehen“, sagt Uhl.

Und mit Blick auf geschlossene Geschäfte ergänzt sie: „Solange wir geöffnet haben, sind wir glücklich“. Entsprechend legt sie sich mit ihren Mitarbeitern ins Zeug, wenn es darum geht, die Wünsche der Kunden zu erfüllen: „Was wir nicht vor Ort haben, können wir besorgen“, führt sie aus.

Doch Menschen sind sparsamer unterwegs

Was Sonja Uhl aber bemerkt, ist eine gewisse Kaufzurückhaltung und Sparsamkeit ihrer Kunden. „Die Menschen schauen schon auf den Preis. Jeder weiß nicht so genau, wie es weitergeht mit den Energiepreisen“, erklärt Sonja Uhl.

Außerdem hat sie beobachtet, dass in diesem Jahr wieder vermehrt darauf geachtet wird, dass die Waren regionaler Herkunft sind oder zum Beispiel bei Plüschtieren Kunststoffe wiederverwertet werden und damit nachhaltiger sind. Offenbar schlägt sich hier die Klimakrise und der generelle Umgang mit Rohstoffen im Kaufverhalten der Kundschaft nieder. Sogar die klassische Dampfmaschine ist nach ihrer Beobachtung wieder mehr gefragt. Ob auch das ein Folge der Energiekrise ist, bleibt mal dahingestellt.

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Was sich in der jüngsten Zeit praktisch Branchen übergreifend in Form eines Personalmangels zeigt, hat bei den beiden Radolfzeller Einzelhändlern keine Auswirkungen. Obwohl man auch im Kaufhaus Kraft phasenweise Schwierigkeiten hatte, alle Stellen zu besetzen, laufe es jetzt im Weihnachtsverkauf gut.