Trotz Corona geht es mit den Planungen für das neue Böhringer Wohnquartier „Nezfeldwies“ zügig voran. Bis 2023 will der ortsansässige Investor Jörg Vogg auf eigenem Gelände am Ortsende südlich der Singener Straße zwölf dreigeschossige Mehrfamilienhäuser mit 100 Mietwohnungen und eine Kindertagesstätte schaffen. Der Ortschaftsrat hat den Entwurf für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan einstimmig gebilligt.

Biotop wird aus der Planung herausgenommen

Der fortgeschriebene Siegerentwurf des Konstanzer Architekturbüros Lanz-Schwager und der Überlinger Landschaftsarchitekten 365 Grad freiraum + umwelt aus dem vorausgegangenen städtebaulichen Ideenwettbewerb zeigte einige Änderungen auf. Die Planungsfläche hat sich von drei Hektar auf zwei Hektar reduziert, nachdem das große Biotop, das im Norden an die Singener Straße grenzt, aus dem Geltungsbereich herausgenommen wurde.

Als Übergang zum Biotop bilden im Norden nicht wie ursprünglich vorgesehen eine reine Seniorenwohnanlage, sondern ein Gebäude mit „Mikro-Wohnappartements“ – überwiegend für Senioren, aber nicht explizit, sondern auch als Single-Wohnungen gedacht – sowie eine öffentliche Kindertagestagesstätte als eigenständige Baukörper den Abschluss. Für die Kita, so wurde am Rande bekannt, ist als Betreiberin die Evangelische Kirche Böhringen im Gespräch.

Quartiersplatz verbindet Wohngebiet

Südlich, der Kita vorgelagert, entsteht ein Quartiersplatz, der als „lebendige Mitte“ den Übergang zum bestehenden Wohnquartier bildet. Nach Osten hält die Bebauung Abstand vom Mangässer Bächle.

Südlich des Mikro-Wohnens und der Kita schließen sich in zwei Baufeldern, die durch eine von Norden nach Süden verlaufende verkehrsberuhigte Straße geteilt sind, elf dreigeschossige Flachdachbauten an.

Wohnungen jeder Größe entstehen

Insgesamt entstehen in dem neuen Quartier, das in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof liegt, eine Einzimmer-Wohnung, 36 Zwei-bis Zweieinhalb- Zimmerwohnungen, 49 Dreizimmer-Wohnungen und 14 Vierzimmerwohnungen. 30 Prozent der Wohnungen werden sozial geförderter Wohnraum sein, die Sozialwohnungen sind über alle Gebäude verteilt.

Es gibt keine Gärten, die den Wohnungen zugeordnet sind, sondern halböffentliche Grünflächen ohne Hecken. „Dass 33 Prozent des Quartiers private Grünflächen sind, ist etwas Besonderes“, hob Projektbetreuer Jürgen Karpfer von Lutz Partner, Stuttgart, bei der Vorstellung des Entwurfs gemeinsam mit Nathalie Gerstmann von der Stadtplanung hervor.

Diskussion um Parkplätze

Entgegen dem ersten Entwurf gibt es nun auch eine zweite Tiefgarage mit Stellplätzen für die Anwohner. Insgesamt werden 123 Stellplätze geschaffen, einschließlich zehn Prozent öffentlicher Parkplätze auf der Straße und der Stellplätze für das Kindergarten-Personal.

Das ist einigen Ortschaftsräten zu wenig für die Anzahl der Wohnungen. In Radolfzeller Neubauten würden pro Haushalt zwei Stellplätze gefordert, während man bei diesem Projekt nur mit dem Faktor 1,23 rechne, monierte Peter Lingg (CDU).

Sorge um angespannte Parkplatzsituation

Man habe den Stellplatzschlüssel entsprechend angepasst, entgegnete Nathalie Gerstmann. Für jede sozial geförderte Wohnung bis drei Zimmer müsse nur ein Stellplatz nachgewiesen werden, für die fünf Vier-Zimmer-Sozialwohnungen zwei Plätze. Bei den Mikrowohnungen gebe es einen Abschlag auf den Faktor 0,8.

Kritisch fragte Andrea Brutsche (Freie Wähler) nach, ob die Tiefgaragenplätze von den Anwohnern zusätzlich angemietet werden müssen. Der Investor bejahte dies, wodurch für die Ortschaftsrätin erhöhter Parkdruck am Bahnhof vorprogrammiert sei, weil Mieter, die sich das Geld für die Stellplatz-Miete sparen wollen, auf der Straße parken.

Das könnte Sie auch interessieren

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.