Radolfzell - Mit der Freiluftgalerie in der Seestraße ist Radolfzell in den vergangenen Jahren auch über die regionalen Grenzen hinaus bekannt geworden. Ursprünglich als Kunstausstellung im öffentlichen Raum ins Leben gerufen, wurde die See(h)straßengalerie dann nach 20 Jahren durch die Initiatoren für beendet erklärt.

Es folgte die Fotoausstellung „aufgehängt und hochgesehen“, die mit ihren wechselnden Fotomotiven seit drei Jahren für eine visuelle Aufwertung der Altstadt sorgt. Im Zuge der Heimattage Radolfzell 2021 wurde neben dem Fotowettbewerb für die Seestraße auch für die Post- und Höllstraßenzüge eine weitere Galerie ins Leben zu rufen. Initiiert worden war sie von den Händlern in der Post- und Höllstraße gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Radolfzell und der Tourismus- und Stadtmarketing Radolfzell GmbH.

Passend zu den in diesem Jahr stattfindenden Heimattagen in Radolfzell lautet das Motto der neuen Freiluftgalerie „So schwätzt mer dehom“. Die großen Tafeln haben es sprachlich in sich: Denn bei den insgesamt 44 Exponaten handelt es sich um Zitate, Redewendungen und Ausdrücke, die für die Radolfzeller so etwas wie Heimat darstellen – und von Auswärtigen nicht zwangsläufig verstanden werden. Seit der vergangenen Woche sind die Tafeln in der Post- und Höllstraße zu finden.

Scheesewäge und Muggeseggele: Insgesamt finden sich 44 Sprüche und Redewendungen auf den Tafeln, die noch bis zum Oktober in der Post- und Höllstraße hängen werden.
Scheesewäge und Muggeseggele: Insgesamt finden sich 44 Sprüche und Redewendungen auf den Tafeln, die noch bis zum Oktober in der Post- und Höllstraße hängen werden. | Bild: Jarausch, Gerald

Zum Glück liefern die Tafeln in luftiger Höhe die Übersetzungen der dialektgeprägten Ausdrücke gleich mit. So versteht auch der Besucher oder Zugezogene, was die Radolfzeller unter einem Hennefidle oder unter Scheesewäge verstehen. Oberbürgermeister Martin Staab ist sich sicher, dass die Begriffe mit der hochdeutschen Übersetzung „einigen Anlass zum Schmunzeln geben werden“, wie er dazu in einer Pressemeldung verlauten lässt.

„Bereits bei der Installation der Dialekt-Tafeln haben wir positive Rückmeldungen erhalten“, freut sich Nina Hanstein, Geschäftsführerin von Tourismus- und Stadtmarketing Radolfzell. Die Ideen und Anregungen für die Sprüche und Redewendungen stammen aus der Mitte der Radolfzeller, die diese im Rahmen der Heimattage vorschlagen konnten. Eine dreiköpfige Jury, vertreten durch Walter Möll, Vorsitzender der Muettersproch-Gsellschaft, Romy Bromma und Thomas Uhl, durfte aus 68 Einsendungen 44 Gewinner auswählen.

Das könnte Sie auch interessieren

Fast zeitgleich wurde auch die Fotogalerie „aufgehängt und hochgesehen“ installiert. Sie wird von der Aktionsgemeinschaft Radolfzell organisiert. „Wir freuen uns sehr, mit den tollen Aufnahmen die Vielfalt unserer Stadt und der sechs Ortsteile aufzeigen, und somit auch unseren Teil zum Programm der Heimattage Baden-Württemberg beitragen zu können“, erklärt Stefan Heck, Leiter des Arbeitskreises bei der Aktionsgemeinschaft. Beide Freiluftgalerien werden bis zum 2. Oktober die Radolfzeller Innenstadt bereichern. Im Anschluss können die Fotomotive der Fotoausstellung wie schon bei vorherigen Freiluftgalerien gekauft werden.