Das Werben von Fachbereichsleiter Thomas Nöken für die Änderung des Bebauungsplans auf der Mettnau sollte vergebens sein: „Vieles spricht dafür, dass sich ein Ferien-Appartementbetrieb in die bestehende Bebauung einfügt“, sagte Nöken. Die eindeutige Mehrheit von elf Stadträten im Ausschuss für Planen, Umwelt und Technik stellte bei nur einer Enthaltung von OB Martin Staab fest, dass eine Nutzungsänderung des Bebauungsplans Mettnau zugunsten eines Appartementbetriebs und damit einer Erweiterung des Beherbergungsbetriebs Artvilla auf der Fläche an der Ecke Häuslegarten und St.-Wolfgang-Straße nicht infrage kommt. Das dort ausgewiesene „Reine Wohngebiet“ soll reines Wohngebiet bleiben.

Planänderung vor der zweiten Sitzung zu diesem Thema

An dieser Haltung änderte eine kurz vor Sitzungsbeginn eingebrachte Planänderung durch Investor Johannes Kögel nichts. Er wollte nun sieben Ferienappartements und sechs Wohnungen auf den beiden Grundstücken realisieren. In der Ausschuss-Sitzung im Juli sahen die Pläne noch eine Hotel- und Appartementanlage vor. Auch der damals eingezeichnete Partykeller samt Wellnessbereich war gestrichen. Mit einer neuen Anordnung des Carports sollte die von den Stadträten bereits im Juli angesprochene Überlastung der engen St. Wolfgang-Straße vermieden werden. Zudem vertrat Thomas Nöken die Ansicht, dass Gäste von Ferienappartements ihre Autos zugunsten anderer Angebote wie Schiff und Bahn öfter stehen ließen. „Eine reine Wohnungsnutzung wird deutlich mehr Verkehr verursachen“, behauptete Nöken.

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In der Diskussion war die Verkehrsfrage nur Nebenschauplatz. Den Stadträten aller Fraktionen ging es um Grundsätzliches. Ihnen missfiel die Vorgehensweise von Verwaltung und Investor bei der Vorstellung des Projekts im Juli und dem ersten Aufstellungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplans auf der Mettnau. Damals sei im Ausschuss das Einverständnis der Nachbarn vermittelt worden, sagte CDU-Stadtrat Christof Stadler. „Deshalb habe ich zugestimmt.“ Dem war aber nicht so: „Die Gespräche haben gar nicht stattgefunden.“ Ihrem Ärger und ihren Widerstand machten die Nachbarn im Anhörungsverfahren und im SÜDKURIER Luft.

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Die Übereinstimmung für die Ablehnung war schnell gefunden. Stadler behagten die Appartements nicht: „Die Ferienwohnungen würden ein Präzedenzfall bedeuten.“ Walter Hiller von den Freien Wählern erinnerte daran, dass ähnliche Vorhaben vom Gemeinderat abgelehnt worden seien: „Wir haben das Gebiet dort als reines Wohngebiet festgelegt.“ Würde das geändert, „müssen alle Antragsteller gleich behandelt werden.“ Norbert Lumbe (SPD) verdeutlichte, dass es nicht um das Bauvolumen geht: „Das müsste nach dem Baurecht genehmigt werden.“ Aber die SPD werde eine Umwandlung des Nutzungsrechts in Ferienwohnungen nicht mittragen. Siegfried Lehman von der Freien Grünen Liste warnte: „Wenn immer mehr Ferienwohnungen entstehen, werden Flächen für die Wohnraumnutzung entzogen.“