Die Stadtverwaltung hat wegen der Corona-Krise die angekündigten Veränderungen für den Verkehr in der Radolfzeller Innenstadt ausgesetzt. Auch die Ergänzungen für das Anwohnerparken in der Schützenstraße müssen warten, bis die Schilder geliefert sind. Die Schilder für die neuen Regeln in der Fußgängerzone sind zwar schon da und sollten eigentlich zum 1. April aufgestellt sein, doch die Verwaltung gibt den Zulieferern noch eine Gnadenfrist. Bürgermeisterin Monika Laule erläutert: „Wir wollten nicht während der Corona-Krise noch mit zusätzlichen Einschränkungen kommen.“

Neues zum Bewohnerparken

  • Was gilt: Der Parkdruck hat sich innerhalb des Gevierts von Schützenstraße, Haselbrunnstraße, Böhringer Straße und Untertorstraße durch die Parkraumbewirtschaftung der Stadt Radolfzell derart erhöht, dass die Stadtverwaltung in diesem als „Zone A“ ausgeschilderten Bereich zum Januar das Bewohnerparken eingeführt hat. Autofahrer, die eine Bewohnerparkkarte unter die Windschutzscheibe legen, dürfen auf den bis jetzt etwa 255 öffentlichen Stellplätzen in diesem Gebiet zeitlich unbegrenzt parken. Für alle anderen Autofahrer ist die Parkzeit dort auf zwei Stunden begrenzt. Diese müssen sie mit einer Parkscheibe nachweisen.
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  • Was Probleme macht: In Leserbriefen und auch in der Bürgerinformation der Stadt Radolfzell sind nach zwei Monaten Praxis mit dem Bewohnerparken kritische Punkte benannt worden. Dazu zählen fehlende Parkplätze für Anwohner in der Schützenstraße, Haselbrunnstraße und Böhringer Straße, die bisher kein Anrecht auf den Bezug einer Bewohnerparkkarte hatten. Im Bereich der Schützenstraße 27 bis 73 ist es kaum möglich, auf den Grundstücken zusätzliche Stellplätze einzurichten. Die Gebäude auf den Grundstücken der Baugenossenschaft Radolfzell in der Schützenstraße 75 bis 89, Haselbrunnstaße 9 bis 21 sowie der Böhringer Straße 12 bis 18 stehen unter Ensembleschutz, auch dort fehlt der Platz für weitere Stellplätze. Gleiches gilt für die Häuser in der Böhringer Straße 2 und 4. Auch der Umgang mit Besuchen von Freunden und Verwandten, die länger als zwei Stunden bleiben oder bleiben wollen, hat zu Anfragen bei der Stadtverwaltung geführt.
  • Was künftig gilt: Die Parkplätze auf der Seemaxx-Seite in der Schützenstraße werden dem Bewohnerparken Zone A zugeschlagen. Damit stehen zusätzlich bis zu 25 Stellplätze dem Bewohnerparken zur Verfügung. Anwohner der genannten Adressen in der Schützenstraße, Haselbrunnstraße und Böhringer Straße zählen künftig zu den Berichtigten der Bewohnerparkzone A. Bewohner mit einem Parkausweis für die Zone A dürfen zeitlich unbegrenzt auf den öffentlichen Stellplätzen im Quartier ihr Fahrzeug abstellen. Der Antragsteller muss auch Halter eines Fahrzeugs sein. Die Verwaltungsgebühr für das Ausstellen der Parkkarte kostet 30 Euro. Die Parkkarte hat eine Gültigkeitsdauer von zwölf Monaten. Zudem will die Stadtverwaltung an die Bewohner des Quartiers Besucherkarten ausgeben. Das Paket soll aus neun Tageskarten und einer Wochenkarte bestehen, es kann für 20 Euro im Rathaus erworben werden. Maximal können fünf Pakete an einen Antragsberechtigten im Jahr ausgegeben werden, so Bürgermeisterin Laule bei der Bürgerinformation.
  • Sonderfall Ferienwohnung: Eigentümer, die in diesem Quartier eine Ferienwohnung anbieten, können in diesem Quartier für ihre Feriengäste mit einem entsprechenden Nachweis Wochenkarten erwerben. Die Stadtverwaltung will sie im Fünfer- und Zehnerpaket für 40 Euro und 80 Euro ausgeben. Es können im Jahr maximal fünf Pakete mit zehn Karten oder zehn Pakete mit fünf Karten erstanden werden.

Änderungen Fußgängerzone

Der Gemeinderat hat das Befahren, Halten und Parken in der Fußgängerzone der Altstadt, im Bereich René-Moustelon-Platz-Markthallenstraße und St.-Johannis-Straße neu geregelt. Sobald die Schilder aufgestellt sind, wird die neue Verwaltungsrichtlinie wirksam. Dies soll erst nach einem absehbaren Ende der Corona-Krise geschehen. Die wichtigsten Regeln sind:

Diese Bilder möchte die Stadt künftig vermeiden: Parkendes Auto in der Fußgängerzone beim Schützenturm.
Diese Bilder möchte die Stadt künftig vermeiden: Parkendes Auto in der Fußgängerzone beim Schützenturm. | Bild: Becker, Georg
  • Zugelassene Zufahrtszeiten: Um eine Verkehrsberuhigung in der Fußgängerzone zu erreichen, hat die Stadt Radolfzell „allgemein zugelassene Zufahrtszeiten“ für Anwohner und Gewerbe festgesetzt. Diese sind von Montag bis Sonntag von 6 bis 11 Uhr und von 18 bis 20 Uhr. Der Verkehr soll möglichst auf diese Zeiten beschränkt bleiben.
  • Gebühren Anwohner: Die Verwaltungsgebühr für eine Karte zur Dokumentation des Anwohnerstatus kostet für drei Jahre Laufzeit 25 Euro. Sie erlaubt die Zufahrt zum Be- und Entladen innerhalb der allgemein zugelassenen Zeiten plus zehn Zufahrten ohne zusätzliche Berechnung. Wer als Anwohner jederzeit, also außerhalb der allgemein zugelassenen Zeiten, eine Zufahrtsberechtigung haben will, zahlt 120 Euro im Jahr.
  • Gewerbe: Innerhalb der zugelassenen Zeiten sind gewerbliche Fahrten frei. In der Fußgängerzone ansässiges Gewerbe mit eigenem Stellplatz zahlt für eine Zufahrtsberechtigung außerhalb der zugelassenen Zeiten 25 Euro für drei Jahre, ohne Stellplatz kostet diese Berechtigung 120 Euro im Jahr. Gewerblicher Lieferverkehr ohne Gewerbesitz in der Fußgängerzone zahlt für jederzeitiges Einfahren 600 Euro im Jahr. Spezialregelungen gibt es für Hotels, soziale Dienste oder Umzüge.