Mit einer würdigen Feier konnten die 81 Abiturienten des Friedrich-Hecker-Gymnasiums den Abschluss ihrer Schullaufbahn begehen. Dank niedriger Inzidenzen im Landkreis war in diesem Sommer wieder eine größere Anzahl an Besuchern im Milchwerk zugelassen. Familien und Freunde der Absolventen, etwa 330 Personen, konnten sich über den erfolgreichen Abschluss freuen.

Alle Schüler bestanden die Prüfung, 40 von ihnen mit einer Eins vor dem Komma. Jonas Berger und Max Lugibihl gelang es, eine 1,0 zu erreichen. Der Durchschnitt aller Abiturzeugnisse lag bei 1,8.

Doch nicht allein die schulische Leistung wurde an diesem Abend gewürdigt. Vier Schüler hatten sich in den vergangenen Jahren besonders für andere eingesetzt. Für ihr soziales Engagement erhielten sie besondere Auszeichnungen. Schulleiterin Ulrike Heller überreichte Tobias Lingk stellvertretend für Martin Staab, der terminlich verhindert war, den Preis des Oberbürgermeisters.

Tobias Lingk bekam den Preis des Oberbürgermeisters für sein soziales Engagement.
Tobias Lingk bekam den Preis des Oberbürgermeisters für sein soziales Engagement. | Bild: Natalie Reiser

Lingk war mehrere Jahre lang Schul- und Klassensprecher sowie Mitglied der Schulkonferenz. Er hat zahlreiche Veranstaltungen am Gymnasium organisiert, die nicht Teil des Unterrichts waren, wie zum Beispiel einen Sponsorenlauf, zugunsten des Vereins Strahlemännchen, der schwer erkrankten Kindern letzte Wünsche erfüllt. Bei der Aktion konnten 5.700 Euro gespendet werden.

Mehrere Preise für Lingk

Lingk war überrascht über die Ehrung, bedankte sich freudig und verwies bescheiden darauf, dass er stets gemeinsam mit Mitschülern gearbeitet habe. Gemeinsam mit Corinna Blersch und Alan Schellhammer konnte Lingk zusätzlich den Preis des Elternbeirats von der Elternbeiratsvorsitzenden Karin Chluba entgegennehmen. Chluba dankte den drei Schülern für ihren Einsatz, hob aber auch hervor, dass in dieser schwierigen Zeit alle Absolventen eine stolze Leistung vollbracht haben.

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Fähigkeit zur Selbstorganisation

Die Gymnasiasten mussten sich, mehr als andere Jahrgänge vor ihnen, selbst organisieren. Wie die Abiturzeitung zeige, hätten sie dabei ihren Humor nicht verloren und so gezeigt, dass man mit Freude am besten zum Erfolg kommt.

Hecker-Preis für Einsatz für Obdachlose

Zu guter Letzt wurde der Hecker-Preis verliehen. Dieser Preis wird nicht jedes Jahr, sondern nur für herausragendes Engagement, nach Abstimmung von Lehrern, Elternbeirat und Förderverein vergeben. Daniel da Silva Fernandes hatte, bewegt von einer Fernsehdokumentation über das Leid von Obdachlosen in der Corona-Krise, eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Mit den Spendengeldern konnte der Jakobushof in Böhringen, eine Tagesstätte für Wohnungslose, Desinfektionsmittel sowie weitere dringend benötigte Hygienemittel erstehen. „Wir sollten auch auf andere schauen“, so der Appell von da Silva Fernandes. Auch in kleinen Situationen des Alltags könne man helfen und sei es nur mit zwei Euro für einen Menschen, der betteln muss.

Daniel da Silva Fernandes (links) erhielt den Hecker-Preis von Wolfgang Lahmann.
Daniel da Silva Fernandes (links) erhielt den Hecker-Preis von Wolfgang Lahmann. | Bild: Natalie Reiser

Vor den meisten Absolventen liegt erstmal eine Erholungsphase, bevor sie weitere Ziele ansteuern. „A Biergarten“ war das Motto, das die Abiturienten für ihren Schulabschluss ausgesucht hatten. Ulrike Heller erklärte, wie es zu diesem bodenständigen Motto kam. „Ein Biergarten steht für euch für Gemütlichkeit, Beisammensein, mit Freunden feiern, gute Gespräche führen, Zukunftspläne schmieden, und das alles am besten in der Natur.“

Sie lobte die Disziplin des Jahrgangs, der nie in Quarantäne gehen musste und wünschte den Schülern, den neuen Lebensabschnitt mit Begeisterung, aber auch mit Bewusstsein für die damit verbundene Verantwortung anzugehen – achtsam mit sich selbst, den Mitmenschen und der Natur.