Bei einem Besuch von Petra Olschowski, der Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, verschaffte sich diese einen Überblick über die Arbeit des Projektbüros „Museum 4punkt0“.

Was leisten digitale Medien in der Kultur?

Das Büro ist damit betraut, das Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein in die digitale Zukunft zu begleiten. Für die Staatssekretärin, die in Begleitung der Landtagsabgeordneten Dorothea Wehinger (Grüne) nach Radolfzell gekommen war, wird in dem Projektbüro Pionierarbeit geleistet: „Wir beschäftigen uns auf vielen Ebenen mit den digitalen Medien in der Kultur. Es geht darum, wie sie die Wahrnehmung beeinflussen und wie wir junge Leute erreichen können", sagte sie gegenüber dem SÜDKURIER. Das Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein gehört zu einer Reihe von Museen, die Strategien für das Museum der Zukunft entwickeln soll.

Diese Museen nehmen am Pilotprojekt teil

Dazu hat der Bundestag im November 2016 Pilotprojekte mit fünf Millionen Euro über drei Jahre gefördert. Ebenso wie das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven, das Deutsche Museum München, das Fastnachtsmuseen Bad Dürrheim mit weiteren Museen der schwäbisch-alemannischen Fasnacht und das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz sollen in Schloss Langenstein innovative Anwendungsmöglichkeiten digitaler Technologien für die Museumsarbeit entwickelt und erprobt werden.

Entwicklung erfolgt nah an den Menschen

Der Schwerpunkt liegt auf Vermittlung, Kommunikation, Interaktion und Partizipation. Die Anwendungsmöglichkeiten sollen für eine flexible Nachnutzung durch andere Museen aufbereitet werden. Der Projektleiter Michael Fuchs, der auch Präsident in Schloss Langenstein ist, stellte den Stand der Arbeit vor: „Wir haben die Entwicklungsphase abgeschlossen. Jetzt folgt die Entwicklung von Prototypen und wir treten in die Testphase ein“, erklärte er. "Die Ansiedlung des Projektbüros im Obergeschoss der Höllturmpassage bewusst gewählt“, berichtete er. „Das ist so etwas wie ein Pop-up-Museum mitten in der Fußgängerzone. So können wir schnell Dinge mit den Menschen ausprobieren“. Dabei probiert man neue Wege der Wissensvermittlung aus, die erst durch das digitale Zeitalter möglich sind.

Die virtuelle Realität ist mit dabei

„Ein Schwerpunkt wird Augmented Reality“ sein, ließ Fuchs wissen. Dabei wird die reale mit digitalen Welt über interaktive Medien verschmolzen. Auch Virtual Reality-Brillen (VR) werden eine Anwendung finden. „Bisher haben wir die Inhalte in Museen wie im 19. Jahrhundert vermittelt. Aber man muss die Besucher ernst nehmen und sie mehr teilnehmen lassen“, sagt Fuchs. Interaktion und Partizipation sind entscheidende Schlagworte. Am Ende der Projektarbeit steht die Übertragung der Erkenntnisse auf andere Museen. Insofern wird in Radolfzell aktuell an der Zukunft der deutschen Museen mitgearbeitet. Kein Wunder, dass sich Politiker wie die Landtagsabgeordnete und die Staatssekretärin für solche Inhalte interessieren. Projektleiter Michael Fuchs gibt sich bescheiden. „Das war eine große Ehre für uns“.