Das scheint das Ende der Geburtsstation in Radolfzell. Nach so viel Hoffnung auf eine gemeinsame Lösung – wenn auch nur für fünf weitere Jahre – kommt nun das bittere Erwachen. Der Auslöser waren erhöhte Versicherungsprämien für die Frauenärzte, die Folge war ein bürokratischer Schlagabtausch in vielen Gremien. Viele der Beteiligten spielten auf Zeit, nicht alle spielten mit offenen Karten.

Die Begeisterung im Kreistag, die Geburtshilfe am Radolfzeller Klinikum zu erhalten, hielt sich in Grenzen. Da halfen auch keine Demonstrationen, Diskussionen, Unterschriftenaktionen oder runde Tische der Unterstützer der Geburtshilfe vor Ort. Es bleibt der schale Nachgeschmack, dass viele von vornherein das Ende der Geburtsstation in Radolfzell billigend in Kauf nahmen. Und es gibt auch einige Gewinner bei dieser Nachricht: Die Klinik-Geschäftsführer in Singen und Konstanz werden sich nicht beschweren. Werdende Mütter im Raum Radolfzell dagegen schon.