Michael Patrick Kelly hat sie an diesem Abend alle mitgerissen – Kinder, Jugendliche, Erwachsene aller Altersgruppen, langjährige Fans der Kelly Family genauso wie Musikliebhaber, die er durch sein neues Album „ID“ erreicht hat. 1850 Zuschauer folgten seinem Ruf in das ausverkaufte Radolfzeller „Milchwerk“. „Wer bin ich? Wer bist du? Wer sind wir?“: Auf seiner „ID“-Tour zum gleichnamigen Album reflektiert Kelly seine Identität. Die neue Musik mit Songs wie den rhythmischen Titeln „A little faith“, „Land of bliss“ oder „Golden Age“ ist mitreißend und seine fulminante Band, die nicht mit Gitarren- und Percussion-Soli geizte, tat ihr Übriges dazu.

Michael Patrick Kelly begeistert bei seinem Konzert im ausverkauften Radolfzeller Milchwerk mit seiner musikalischen Vielfalt und zeigt vor allem mit selbstkomponierten Songs seines aktuellen Albums "ID" seine Identität.
Bild: Petra Reichle

Als Michael Patrick Kelly im Publikum eine Fahne mit dem Bild eines „rotbackigen Jungen mit langen Haaren“ entdeckt, nimmt er das Publikum mit zurück in die Zeit, als er gemeinsam mit seinen Geschwistern in der Band „The Kelly Family“ in den 90er-Jahren die größten Stadien Europas füllte und er selbst als „Paddy“ zu einem der größten Teenie-Stars Europas wurde. Spätestens als während eines kurzen Medleys mit Hits der Kelly Family wie „An Angel“ ein Kuscheltier auf die Bühne flog zeigte sich seine klare Distanz zu dieser Zeit. Mit den Worten „Nie mehr Kuscheltiere“ wirft er es zurück ins Publikum und holte alle mit rockigen Krachern wie „No Fuzz, No Buzz, Back to Rock´nRoll“ zurück in die Gegenwart.

Musik mit einer tiefen Bedeutung

Michael Patrick Kelly besticht durch seine Vielseitigkeit. Neben rockigen Stücken begleitet sich Kelly bei leisen, berührenden Songs wie „Higher Love“ am Piano selbst. Viele Lieder haben für ihn eine tiefe Bedeutung und spiegeln wider, was den Künstler geprägt hat. So hat er den Song „Friends R Family“ Freunden gewidmet, die ihn in schweren Zeiten aufgefangen haben. Kelly verbindet nicht nur durch die Sprache der Musik, das Publikum folgt auch seinem Wunsch, den wunderschönen und sanften Coversong „Flüsterton“ mit einer gemeinsamen Schweigeminute ausklingen zu lassen, für Kelly ist es die „gemeinsame Sprache der Stille“.

Michael Patrick Kelly überzeugte bei seinem Konzert im ausverkauften Radolfzeller Milchwerk.
Bild: Petra Reichle

Es waren vor allem die stillen Songs, die Kelly mit sehr berührenden Worten ansagt. Ein sehr nachdenklicher und authentisch wirkender Musiker spricht von der Zeit, als er nach Jahren des unfassbaren Erfolges die Lust an der Musik und am Leben verloren hatte. Sie führte ihn für sechs Jahre in ein Kloster, und es sei diese Zeit und die Nähe zu Gott gewesen, die ihm die Liebe zur Musik zurückgegeben hätte. Spirituelle Songs wie „Holy“ und das wunderbare melancholische „Hope“ zeugen von der besonderen Verbindung, die Kelly zu dieser Phase seines Lebens hat.

Auch Michael Patrick Kelly ist vom Milchwerk angetan

Wer denkt, dass mit den ersten Zugaben wie dem mitreißendem Song „Shake Away“ das Konzert zu Ende ist, hatte nicht mit dem Radolfzeller Publikum gerechnet. Sie sollten der Auftakt zu einer ganzen Serie von zehn Zugaben sein, die selbst für Kelly und seine Band nach mehr als fünfzig Konzerten dieser Tournee unfassbar war. Bereits kurz nach dem Konzert richtete er auf seinem Facebook-Account diese Worte an sein Publikum: „Hab’ sowas noch nie erlebt. Respekt Radolfzell – Danke! Wir verneigen uns“.

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