Bürgerbeteiligung hat in Radolfzell einen großen Stellenwert. Etliche Angebote geben interessierten Bürgern die Chance, sich zu informieren und einzubringen. Es gibt Bürgerworkshops, Informationsabende und sogar mit Birgit von Glan eine städtische Mitarbeiterin, die bürgerschaftliches Engagement koordinieren und unterstützen soll.

Dennoch ist es im Fall des Mettnau-Spielplatzes nicht gelungen, die Bürger einzubeziehen und mitzunehmen. Dass die Stadt Anschlussunterbringungen für anerkannte Flüchtlinge bauen muss, steht außer Frage. Müssen diese jedoch zwingend auf dem einzigen frei zugänglichen Spielplatz auf der Mettnau untergebracht werden? Laut Stadtverwaltung ist der Standort gänzlich alternativlos.

Warum die anderen geprüfetn Standorte jedoch nicht in Frage kommen, wurde den Betroffenen nicht gesagt. Die Stadtverwaltung täte besser daran, den Bedenken und Sorgen der Bürger mit Offenheit und Transparenz zu begegnen. Einen Kinderspielplatz räumen zu wollen, um die Unterbringungsquote des Landratsamtes zu erfüllen, mag kaufmännisch betrachtet sinnvoll sein. Aber um das emotionale Verständnis zu gewinnen, muss man mit offenen Karten spielen.

Die Interessensgemeinschaft für den Spielplatz hatte alles daran getan, der Verwaltung deutlich zu machen, dass ihr Spielplatz eine Daseinberechtigung hat. Warum ihre Argumente nicht zählen, verstehen sie auch nach etlichen Gesprächen nicht. Dass die Stadtverwaltung sogar Pläne angefertigt hat, die das Areal komplett mit Wohncontainer bebaut zeigt, war für die Anwohner ein Schock. Solch ein Vorgehen schafft Misstrauen und Frustration und verdirbt Bürgern die Lust am kommunalpolitischem Beteiligungsprozess. Ist das so gewollt?