Egal ob als Geschenk, Beruhigungsmittel bei Stress oder zur Entspannung abends auf dem Sofa – Schokolade hat im Alltag die Funktion der süßen Nascherei. Doch was kann die beliebte Süßware, die vor allem Kinderaugen zum Leuchten bringt, eigentlich noch? Im Rahmen des Ferienprogramms des Café Connect hatten sich sieben Jugendliche ab zwölf Jahren unter der Leitung von Susanne Schmidt im Stadtmuseum zusammengefunden, um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten. Dass die Schokolade nämlich auch eine stärkende und heilende Wirkung haben kann, wisse kaum einer, erklärt Rüdiger Specht von der Abteilung Stadtgeschichte.

Die Geschichte der Schokolade reicht weit zurück in die Zeit der indianischen Völker, noch bevor Amerika von den Europäern entdeckt wurde. Hier war der wildwachsende Kakao sehr selten und teuer. In den Genuss des äußerst bitteren Kakaogetränks kam deshalb nur die obere Schicht. Für die Europäer war das Getränk in dieser Form ungenießbar, weshalb sie Zucker hinzufügten.

Früherer Luxusartikel ist heute in aller Munde

Die Kakaobohne war einst so wertvoll, dass sie als eine Art Währung galt. Ihr Kurs lag so hoch, dass man für 100 Kakaobohnen einen Sklaven erwerben konnte. Heute werden Kakaobohnen auf Plantagen in Afrika, Asien oder Lateinamerika angebaut und Schokolade ist dank der industriellen Verarbeitung praktisch für jedermann in Deutschland erschwinglich. Die Kakaobohne wird zuerst fermentiert, dann geröstet und anschließend gemahlen. Sie enthält Fett, Eiweiß und Spurenelemente, ist also sehr gesund. Beim Probieren der mandelähnlich aussehenden Bohne kann man schnell feststellen, dass sie weniger wie der Schokoladenosterhase, sondern vielmehr bitter schmeckt.

Schokolade machen ist gar nicht so einfach

Zwei Arten Schokolade nach alter Apothekerrezeptur durften die Jugendlichen selbst herstellen. Dazu wurde handelsübliche Kuvertüre, die zuvor mühsam klein gehackt wurde, über dem Wasserbad geschmolzen. Klingt zunächst einfach, tatsächlich muss man die Schokolade zuerst auf 40 Grad erhitzen, dann auf 27 Grad abkühlen lassen und anschließend wieder um 1 bis 2 Grad erhitzen. Verfeinert wurde die flüssige Masse mit diversen Gewürzen, getrockneten Pflaumen oder kandiertem Ingwer.

Wann Kakao und Schokolade der Gesundheit dienen

Und bei was genau hilft die Schokolade nun? Laut Rüdiger Specht gibt es zwei Komponenten. Zum einen die stärkende Wirkung, sollte man sich beispielsweise durch eine Krankheit schwach fühlen. Zum anderen kann sie bei Magen- oder Verdauungsproblemen helfen. Früher wurde ihr sogar eine liebesfördernde Wirkung zum Beischlaf nachgesagt. Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass sehr dunkle Schokolade in geringen Mengen das Risiko von Herzkrankheiten senken kann. Die süße Nascherei kann also weitaus mehr, als allgemein bekannt ist. Wer jetzt sofort in den Laden stürmen möchte, um Schokolade zu kaufen, sollte bedenken, dass die meisten Sorten heutzutage mit sehr viel Zucker versetzt werden und somit nicht nur positive Wirkungen haben.

Qualitätskontrolle muss einfach sein

Bei dem ganzen Gerede über die süße Verführung darf natürlich das Naschen nicht zu kurz kommen. Workshop-Teilnehmerin Dunja Scheller gefällt das sogar am Besten. Nicht überraschend, denn man muss ja zwischendurch kontrollieren, ob es auch gut schmeckt, oder? Im Gespräch in der Runde sind sich alle einig: „Selbst gemachte Schokolade schmeckt am besten!“