Ob das Projekt ein Erfolg sein wird, wird sich erst noch zeigen müssen. Für Eduard Konzept, Geschäftsführer der Böhringer Firma Konzept, war der Dreh eines 7000 Euro teuren Films, um Schüler für eine Ausbildung in seinem Unternehmen zu begeistern, jedoch ein notwendiger Schritt. Denn der Mangel an Nachwuchs im Handwerk, der schon seit längerer Zeit ein Thema ist, macht auch vor seinem Unternehmen nicht halt. "In den letzten fünf Jahren hat man gemerkt, dass die Bewerbungen immer spärlicher eingingen", erklärt er.

Dementsprechend habe man sich letztendlich dazu entschieden, eine Stuttgarter Produktionsfirma mit dem Dreh eines Film zu beauftragen, der vor allem Schüler für den Handwerksberuf interessieren soll. In dem Video geben Ausbilder und die beiden Auszubildenden der Firma, Noah Burger und Lukas Futterknecht, einen Einblick in ihren Arbeitsalltag. "Wir haben bewusst die jungen Leute, die ja auch unsere Zielgruppe sind, sprechen lassen", erklärt Sarah Konzept, die als Presse- und Medienmanagerin bei dem Familienunternehmen arbeitet. Der Film, so Sarah Konzept, soll die Vielfältigkeit des Handwerkberufs widerspiegeln. Diese, ergänzt Geschäftsführer Eduard Konzept, nehme schließlich zu. "Die Elektronik hält immer mehr Einzug in das Handwerk, zum Beispiel bei Türen, die per Fingerabdruck geöffnet werden sollen. Da braucht man Kreativität und das Know-how", so der Geschäftsführer. Dies solle mit dem Film in Schulen gezeigt werden, beschreibt Sarah Konzept den Plan. Dadurch erhoffe man sich dann wieder mehr Interesse an einer Ausbildung.

"Die Elektronik hält immer mehr Einzug in das Handwerk, zum Beispiel bei Türen, die per Fingerabdruck geöffnet werden sollen. Da braucht man Kreativität und das Know-how." Eduard Konzept, Geschäftsführer
"Die Elektronik hält immer mehr Einzug in das Handwerk, zum Beispiel bei Türen, die per Fingerabdruck geöffnet werden sollen. Da braucht man Kreativität und das Know-how." Eduard Konzept, Geschäftsführer | Bild: Halter, Maximilian

Ute Dinort von der Handwerkskammer Konstanz begrüßt solche Initiativen wie den Werbefilm der Radolfzeller Firma. "Es ist schön zu sehen, dass sich die Firmen Gedanken bei der Suche nach Nachwuchs machen", erklärt Ute Dinort, und fügt hinzu: "So was dient nicht nur dem einen Betrieb, sondern macht generell neugierig, was man im Handwerk alles machen kann." Dass die Firmen sich heutzutage mehr um potenzielle Auszubildende kümmern müssen, beobachtet Ute Dinort schon länger. "Der Trend heutzutage geht klar zum Abitur und zum Studieren", sagt sie. "Früher gab es 20 Bewerbungen auf eine Stelle, heute haben sie vielleicht fünf oder zehn."

Handwerkskammer vergibt Zertifikate an vorbildliche Firmen

Um den Betrieben auf der Suche nach Auszubildenden etwas an die Hand zu geben, gibt es seit vergangenem Jahr das Zertifikat "Voraus in der Ausbildung". Dieses wird von der Handwerkskammer Konstanz an Betriebe vergeben, die sich bei der Ausbildung des Nachwuchses bemühen, erklärt Ute Dinort. "Es soll die Qualität der handwerklichen Ausbildung darstellen und zeigen, dass es Betriebe gibt, die sich besonders Mühe geben." Dies sei generell wichtig, denn wenn ein Betrieb gut sei, spreche sich das herum, weiß Ute Dinort. Dies wirke sich dann auch wieder positiv auf die Bewerbungen aus.

Firma Buhl macht mit Praktika gute Erfahrungen

Wie wichtig solche Mundpropaganda für Handwerksfirmen ist, weiß Birgitt Buhl von der Firma Elektro Buhl genau. Die Firma ist eine von dreien in Radolfzell, die das Zertifikat "Voraus in der Ausbildung" von der Handwerkskammer verliehen bekommen hat. Unbesetzte Stellen oder mangelnde Bewerber seien in ihrer Firma ein Fremdwort, so Birgitt Buhl: "Im Moment haben wir sieben Auszubildende, mehr könnten wir gar nicht nehmen." Der Grund für den Erfolg: Positive Schülerpraktika sorgen für eine Art Werbung in den Schulen, erklärt Birgitt Buhl. "Das Interesse an dem Handwerksberuf wird vor Ort bei einem Praktikum gesteigert", sagt sie. Schließlich habe bisher jeder Lehrling, der bei ihnen einen Ausbildung angefangen hat, zuvor ein Praktikum bei ihnen absolviert.