Die Baustelle in der Konstanzer Straße bleibt für die betroffenen Händler und Anwohner eine echte Strapaze. Denn seit dem Baubeginn im Juni läuft das Geschäft für die Läden mehr als schleppend, wie sich jetzt bei einer Nachfrage durch den SÜDKURIER vor Ort ergeben hat. "Die Begeisterung hält sich in Grenzen, denn es kommen schon deutlich weniger Kunden", gibt Nahkauf-Filialleiter Markus Sommerlot zu. "Aber was soll man machen. Es ist halt notwendig, dass die Straße saniert wird", sagt er weiter.

Baustelle direkt vor der Haustür

Noch dramatischer ist derzeit die Situation in der Filiale der Bäckerei Koch: "Betriebswirtschaftlich müsste man das Geschäft eigentlich schließen", sagt Christina Koch. "Aktuell sind kaum Kunden dort", sagt sie. Das liegt vor allem daran, dass der aktuelle Bauabschnitt direkt vor der Tür des Geschäfts liegt. Erst in rund drei Wochen sollen die Arbeiten dort fertig gestellt sein. Nun hofft sie, dass nach der Beendigung der Arbeiten und einer einseitigen Öffnung der Konstanzer Straße das Geschäft wieder zum Laufen kommt. Das wird aus Sicht von Nahkauf-Filialleiter Markus Sommerlot und anderen Geschäftsbetreibern in der Konstanzer Straße aber nicht unbedingt der Fall sein. Nach seiner Erfahrung sind die kommenden Monate generell nicht die frequenzstarken Zeiten innerhalb des Jahres.

Winter ist umsatzschwächste Jahreszeit

Das sieht auch Markus Militzer, der einen Zigaretten- und Zeitschriftengeschäft betreibt, so: Denn "der Winter ist die ohnehin schwächere Zeit im Jahr", wie er sagt. Dabei hat ihm die Dauerbaustelle vor der eigenen Tür bereits bis zum jetzigen Zeitpunkt die Bilanz verhagelt. "Das ist schon schwierig. Das halbe Jahr verlief bisher zäh", führt er die Situation aus. Immerhin kann sein Geschäft mittlerweile wieder direkt von den Kunden angefahren werden. Doch die Teilsperrung der Straße wird auch in den kommenden Monaten noch den notwendigen Durchgangsverkehr abschneiden. "Ich habe zwar tolle Stammkunden, aber es fehlt einfach die Frequenz" führt Militzer sein Problem aus. Da hilft es auch wenig, dass die Stadt Radolfzell jetzt verkündet hat, dass man bisher schneller als geplant vorangekommen ist.

Straße ab Mitte November einseitig freigegeben

Immerhin soll die Konstanzer Straße bereits ab Mitte November einseitig von der Stadt in Richtung DRK-Kreisverkehr für die Durchfahrt freigegeben werden. In die Gegenrichtung wird lediglich ein Busverkehr einfahren dürfen. Auch die Sperrungen der Nebenstraßen (außer Uhlandstraße) werden wieder aufgehoben. Doch die Anwohner und Händler müssen sich noch länger gedulden, bis wieder alles normal laufen wird. Die vier geplanten Bauabschnitte sollen im Herbst 2019 abgeschlossen sein. Laut Markus Militzer "wird es noch Monate darüber hinaus dauern", bis sich das Geschäft wieder normalisiert.

Auch Anwohner sind genervt

Die Anwohner sind mindestens genauso geplagt, wie die Einzelhändler in der Konstanzer Straße. So mancher konnte wochenlang sein Auto nicht mehr in die Garage stellen und seine Wohnung anfahren. Zusätzlich kritisieren viele die spärlichen und kurzfristigen Informationen, die die Stadt Radolfzell insbesondere zu Beginn der Baustelle an die Betroffenen ausgegeben hat. "Das hat sich aber mittlerweile gebessert", berichtet Markus Militzer. Bleibt nur zu hoffen, dass das Wissen über den Fortgang auch wieder die Kunden in die Straße zurückbringt. Derzeit sind die Händler zumindest hoffnungsvoll und gleichzeitig bescheiden. "Mit der Öffnung in drei Wochen, kann es eigentlich nur besser werden", sagt Christina Koch.