Wenn es um die Wertschätzung der Landwirtschaft geht, dann gibt es laut Peter Blum wohl einige schwarze Schafe unter uns. Der Wandel, den die Berufe Landwirt und Landschaftspfleger in den letzten Jahrzehnten erfahren haben, steht im Vordergrund des Vortrags, den der 62-jährige Landwirt für den Verein Markelfingen attraktiv am Montag, 9. Dezember, 20 Uhr, im Rathaus Markelfingen halten wird.

Doch nicht nur das: Peter Blum, der rund 120 Schafe und 500 Kühe hält, möchte sich auch altbekannten Redensarten wie dem eingangs genannten „schwarzen Schaf“ oder dem Ausdruck „Schäferstündchen“ widmen.

Arbeit der Landwirte nahebringen

Mit Hilfe einiger Bilder aus der Zeit seiner Eltern und Vergleichsaufnahmen von heute will Blum außerdem darauf aufmerksam machen, wie sich dieser Wandel auf Markelfingen ausgewirkt hat. „Ich möchte zeigen, wie sich das Dorf, aber auch die Landwirtschaft verändert haben, weil es mich bewegt“, erklärt Blum.

Peter Blum zeigt stolz eins seiner Lämmer. Insgesamt hält er rund 120 Schafe in Markelfingen und wandert mit ihnen teils bis nach Allensbach.
Peter Blum zeigt stolz eins seiner Lämmer. Insgesamt hält er rund 120 Schafe in Markelfingen und wandert mit ihnen teils bis nach Allensbach. | Bild: Lisa Liebsch

Früher habe Letztere der Ernährung der Menschen gedient, doch heute werde eher unter anderem für Energie produziert. Zudem habe sich, so der 62-Jährige, auch die Schafhaltung von 1950 bis heute stark verändert. „Früher habe ich zum Beispiel für drei Kilo Wolle 18 DM bekommen, heute bekomme ich etwa 30 Cent pro Kilo“, berichtet er.

Das Vertrauen in Produkte der Region stärken

Wolle sei während seiner Kindertage häufig noch als Kleidung genutzt worden. „Sogar die Feuerwehranzüge waren teils aus Wolle, weil die Luft gut zirkulieren kann und Wolle dämmt.“ Mittlerweile diene sie überwiegend der Dämmung von Gebäuden. 

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Mit dem Vortrag erhofft sich Blum, ein Umdenken zu erreichen. „Ich will, dass die Leute die Arbeit der Landwirtschaft zu schätzen wissen und außerdem mehr Vertrauen in regionale Produkte schaffen“, sagt der gelernte Kaufmann und lächelt. Es sei wichtig zu verstehen, dass jeder zu einer heilen Welt beitragen könne, indem er diese pflege. Zudem wolle er aber auch harte Fakten auf den Tisch legen, indem er beispielsweise einige Vergleichszahlen aufzeige – wie etwa die Zahl der ansässigen Landwirte um 1950 und 2019.