Der Weisheit letzter Schluss ist also ein Zaun. Mit dieser mannshohen Einfriedung sollen die Zustände auf dem Hof der Teggingerschule befriedet werden. Zäune liegen im Trend, nicht nur in deutschen Vorgärten wachsen sie als regelrechte Mauern in die Höhe. Doch die Einigelung der Teggingerschule mit dem Bauvorhaben eines Donald Trump an der mexikanischen Grenze zu vergleichen, wäre den Verantwortlichen unrecht getan. Der Leidensdruck ist zu groß geworden.

Kein Sicherheitsdienst, keine Videokamera hat die Störer dauerhaft vom Schulhof vergrämt. Ein "normaler" Treffpunkt für Jugendliche war er ohnehin nicht. Dafür zeugen Scherben, Spritzen, Exkremente. Eltern, Lehrer und Kinder wollen endlich wieder einen geschützten Pausenhof für sich und eine Begegnungsstätte für alle Kinder der Innenstadt am Nachmittag. Ein Stahlgitterzaun als Schutz ist alles andere als schön. Aber licht- und sichtdurchlässig. Wirkt der Zaun um die Teggingerschule, werden ihn andere Schulen in Radolfzell auch haben wollen. Denn das grundsätzliche Problem ist nicht aus der Welt, es wird weitergereicht.

http://georg.becker@suedkurier.de

Das könnte Sie auch interessieren