Radolfzeller Exportschlager

Die moderne Blasmusikszene ist längst auf sie aufmerksam geworden. Die Radolfzeller Froschenkapelle fühlt sich auf der Festivalbühne mittlerweile genauso heimisch wie im Bierzelt oder im Narrenpalast der Froschenzunft. Haben sie im vergangenen Jahr das bayrische Blasmusik-Festival Bass Wiesn noch eröffnet, spielten sie in diesem Jahr beim Woodstock der Blasmusik im österreichischen Ort im Innkreis am Samstagnachmittag auf der Hauptbühne. Vier Tage lang traten rund 100 Blasmusik-Gruppen unterschiedlichster Richtung auf vier Bühnen auf. Und mittendrin die Froschenkapelle zur besten Sendezeit.

Tausende Blasmusik-Fans haben beim Woodstock der Blasmusik mit der Radolfzeller Froschenkapelle gefeiert.
Tausende Blasmusik-Fans haben beim Woodstock der Blasmusik mit der Radolfzeller Froschenkapelle gefeiert. | Bild: Klaus Mittermayr

"Ich hab die Jungs noch nie so nervös gesehen", erzählt Alexander Weidele, Manager der Gruppe. Für Tobias Franz, musikalischer Leiter der Froschenkapelle, war etwas Konzentration auch angebracht. "Es waren nur Profis dabei, zum Teil studierte Musiker. Das Niveau war sehr hoch", sagt Franz. Dass die Froschenkapelle kein Hochschulabschluss benötigt, um die Massen zu begeistern, wissen Radolfzeller sehr wohl. Und auch die mehr als 10 000 Zuschauer, die ihren Weg zur Hauptbühne fanden, wissen nun über die Qualität der Radolfzeller Musikgruppe Bescheid. Die Resonanz sei durchweg sehr gut gewesen, die Stimmung auf und vor der Bühne bestens.

Alles was Rang und Namen hat war dabei

Die Gruppe ist stolz auf ihren Auftritt, sich die Bühne mit großen Namen wie LaBrassBanda, den
Fäaschtbänklern, der Hip Hopperin Fiva oder The Baseballs geteilt zu haben und von den Fans ins Herz geschlossen worden zu sein. "Das sind so viele Eindrücke, die muss man erst einmal verarbeiten", sagt Tobias Franz.

Blasmusik ist Trumpf beim Woodstock der Blasmusik im österreichischen Ort im Innkreis. Die Froschenkapelle reiht sich neben bekannten Größen der Branche ein.
Blasmusik ist Trumpf beim Woodstock der Blasmusik im österreichischen Ort im Innkreis. Die Froschenkapelle reiht sich neben bekannten Größen der Branche ein. | Bild: Klaus Mittermayr

Die Froschenkapelle verbrachte vier Tage auf dem Festival – für eine Stunde Auftritt. Doch wussten sie ihre restliche Zeit gut zu nutzen. Und zwar mit Feiern und Marketing. Am Freitag haben sie auf dem Zeltplatz ihr eigenes Festival abgehalten. Mit Freibier und Fan-Geschenken lockten sie etliche Musikfans, die trotz Regen und schlammigen Boden mit ihnen feierten. Sie hatten 1000 "Frog Rock"-Kappen dabei und verteilten diese unter den Besuchern. Der Bekanntheitsgrad der Gruppe hat mit mehr als 20 000 Besuchern ihrer Facebook-Seite während dem Wochenende einen ordentlichen Sprung gemacht.

Nur im Team ist so eine Leistung möglich

Organisatorisch sei das verlängerte Wochenende ein Kraftakt gewesen, wie Manager Alexander Weidele sagt. Mit 30 Personen samt mobiler Bühne, Verpflegung und Equipment zelten zu gehen, mache man nicht alle Tage. "Aber alle haben super mitgeholfen, jeder hat mit angepackt", lobt er seine Band-Kollegen. Ob sie nächstes Jahr wieder bei Europas größtem Blasmusik-Festival auftreten werden, ist noch nicht klar. Die Rückmeldung der Festival-Organisation stünde noch aus, so Weidele. Die Froschenkapelle hat auf jeden Fall Lust auf mehr bekommen. Die große Bühne macht ihnen keine Angst mehr.