In Möggingen gibt es akut nur Beschwerden zur Busverbindung und zum düsteren Wartehäuschen im Ried. Bei seinem Stammtisch im Ortsteil ist Oberbürgermeister Martin Staab dagegen weitaus mehr auf Themen in der Kernstadt angesprochen worden. In der Mögginger Rathausstube suchten rund 40 Mögginger das Gespräch mit Martin Staab. Obwohl dieser gleich zu Beginn bedeutet hatte, "vermutlich nicht alle Fragen beantworten zu können", blieben letztlich kaum Fragen offen. Lediglich die nicht immer ideale Busverbindung wurde moniert oder einzelne Ereignisse, die mit den Stadtwerken Radolfzell als Vertragspartner zu regeln sind.

Echte Verbesserungen bei den Busverbindungen stellte Martin Staab für das Jahr 2020 in Aussicht, wenn die Konzessionen für die Buslinien neu vergeben werden. "Dann können wir frühestens reagieren", erklärte der OB. Eine ans gleiche Thema anknüpfende Frage bezog sich auf eine fehlende Beleuchtung an dem Buswartehäuschen "Im Ried". Aus der Runde kam der Vorschlag, über eine mit Solarstrom gespeiste Lichtquelle nachzudenken. Auch Martin Staab konnte sich für diese Idee erwärmen. "Das klingt zumindest charmant", signalisierte der OB.

"Wenn der Gemeinderat dafür stimmt, dann ist uns schon geholfen."Martin Staab, Oberbürgermeister, über eine Quote für Sozialwohnungen
"Wenn der Gemeinderat dafür stimmt, dann ist uns schon geholfen."Martin Staab, Oberbürgermeister, über eine Quote für Sozialwohnungen | Bild: Jarausch, Gerald

Weitaus größeren Raum in der rund 2,5-stündigen Veranstaltung nahmen Fragen ein, die sich auf die gesamte Stadt oder sogar ausschließlich die Kernstadt bezogen. Themen wie eine Neufassung der Baumschutzsatzung, Details der Seetorquerung oder der Sozialwohnungsbau dominierten die Gespräche mit dem OB. Ebenso ein möglicher Baubürgermeister und die erst kürzlich abgelehnte Schaffung einer städtischen Wohnbaugesellschaft scheinen auch die Mögginger mehr zu beschäftigen.

Während Martin Staab die Ablehnung einer Wohnungsbaugesellschaft für sinnvoll erachtete, weil es auch rechtlich betrachtet nicht die Aufgabe einer Kommune sei, für entsprechenden Wohnraum zu sorgen, machte er sich gleichzeitig für eine Baubürgermeisterstelle stark. "Wir haben Rückstände bei Straßen- und mehreren Projekten. Deshalb brauchen wir jemanden, der die Aufgaben steuert", sagte der OB. "Es fehlt nicht am Geld, sondern am Personal", führte er weiter aus. Ob es künftig eine solche Stelle geben wird, darüber wird der neue Gemeinderat nach der Kommunalwahl 2019 entscheiden, ließ Martin Staab wissen.

Gemeinderat entscheidet über Quote für Sozialwohnungen

Den Mangel an Sozialwohnungen und bezahlbarem Wohnraum möchte der OB künftig über eine Festschreibung einer Quote in den Bauvorschriften beseitigen. Über eine solche Quote – die Rede ist von 30 Prozent – wird der Gemeinderat in der nächsten Woche entscheiden. "Wenn der Gemeinderat dafür stimmt, dann ist uns schon geholfen", sagte Martin Staab.

Gleichzeitig verkündete er eine Entspannung der Situation für die Anschlussunterkünfte von Flüchtlingen. "Die Zahlen sind sehr zurückgegangen, deshalb entspannt es sich", ließ Staab wissen. Derzeit leben nach seiner Aussage rund 550 Flüchtlinge in Radolfzell, im nächsten Jahr werden weitere 70 erwartet. Da man in der Ostendstraße noch rund 50 Wohnungen errichten will, glaubt der Oberbürgermeister, dass "wir soweit gut aufgestellt sind und genügend anbieten können".