Die Wanderausstellung „Was bleibt.“ der evangelischen Landeskirche ist nach Radolfzell gekommen. Bis zum 9. Oktober können Exponate und sieben Stellwände in der Christuskirche besichtigt werden. Die Ausstellung regt dazu an, nachzudenken, was das eigene Leben wertvoll gemacht hat.

Vorträge, die sich mit der letzten Lebensphase, Abschied und Trauer auseinandersetzen, begleiten die Ausstellung. Anlässlich der Eröffnung erläuterte Sarah Tiefenthaler, Fachanwältin für Erbrecht, wie man ein gültiges und eindeutiges Testament gestalten kann.

Zufrieden lächelnde Menschen

Der Titel der Ausstellung endet nicht mit einem Fragezeichen, sondern mit einem Punkt: „Was bleibt.“ Eine positive Aussage, keine bange Frage. So verwundert es nicht, dass man Fotografien von zufrieden lächelnden Menschen sieht, wenn man die Stellwände der Ausstellung betrachtet.

Mehrere Menschen unterschiedlichen Alters schildern, was ihr Leben ausmacht, was für sie Wert hat. In kleinen Schatzkisten liegen Gegenstände mit Symbolcharakter, ein Schuh, eine Taschenlampe, eine Serviette mit einem Aufdruck der amerikanischen Flagge. Daneben ein Foto eines jungen Mannes mit langen Haaren. In Hippie-Kleidung grüßt er mit einem Peace-Zeichen. Auf einer anderen Stellwand sieht man eine ältere Frau. Sie erinnert sich an das Abendgebet mit ihren Eltern, den Apfelkuchen ihrer Großmutter. Heute sorgen ihre Enkel dafür, dass sie in Bewegung bleibt.

„Gute innere Objekte“ sind wichtig

„Wir leben von dem, was wir aus guten Beziehungen mitnehmen“, erläuterte Hendrika Thoma, Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, in ihrer Eröffnungsrede zur Ausstellung. „Gute innere Objekte“, wie seelische Schätze in der Psychologie genannt würden, trügen Menschen auch durch schwere Zeiten, fuhr sie fort.

Die Ausstellung regt dazu an, sich auf die letzte Reise vorzubereiten und Fragen einer eventuell nötigen Pflege, der Bestattung und des Erbes zu regeln. Gute Vorbereitung gebe Sicherheit, so die Psychologin, nicht nur den Betroffenen, sondern auch ihren Angehörigen.

Probleme mit Testamenten

Sarah Tiefenthaler schilderte den Besuchern in ihrem Vortrag „Was bleibt – Ärger für die Erben?“ die Grundproblematiken des Erbrechts. Soll nicht die gesetzliche Erbfolge gelten, kann dies durch ein Testament geändert werden. Ob ein Testament handschriftlich oder vom Notar aufgesetzt sei, sei nicht entscheidend.

Das könnte Sie auch interessieren

Vielmehr käme es oft zu Problemen, wenn ein Testament ohne fachliche Beratung aufgesetzt würde. Meist ließen solche Testamente Raum für Interpretationen, was häufig zu Erbstreitigkeiten führe. Fachanwälte könnten eindeutige Formulierungen empfehlen sowie über die Rechtslage informieren.