Anwohner mahnt Gefahrenstellen an

Am Kreisverkehr an der Kreuzung Böhringer Straße/Zeppelinstraße/Höristraße ist nicht nur die Feinstaubbelastung bei Zeiten recht hoch. Auch die Unfallgefahr steigt mit der Dichte des Verkehrs. Der sogenannte BEZ-Kreisel ist ein Verkehrsknotenpunkt in Radolfzell. Tausende Fahrzeuge bewegen sich auf dieser Strecke durch Radolfzell, jeden Tag. Und auch viele Radfahrer nutzen diese Verkehrsachse häufig. Willy Cierpinsky ist einer von ihnen, der als Anwohner täglich mehrmals den BEZ-Kreisverkehr passiert und oft Beinah-Unfälle beobachtet. Er mahnt öffentlich die für Radfahrer gefährliche Verkehrslage an. "Radfahrer werden hier so häufig übersehen. Es wundert mich, dass es nicht öfter Unfälle gibt", sagt er.

Radfahrer halten sich nicht an die Vorfahrtsregelung

Tatsächlich ist der BEZ-Kreisel immer wieder Schauplatz von Unfällen. Erst 2014 kam eine Person sogar ums Leben. Allerdings schob das Opfer sein Fahrrad gerade über die Zeppelinstraße, ein Lastwagenfahrer übersah den Passanten und fuhr ihn an. Willy Cierpinsky selbst hatte ebenfalls bereits einen Unfall an der Stelle. Ein Autofahrer, der von der Tankstelle stadteinwärts in die Böhringer Straße abbiegen wollte, hatte ihn übersehen. Ein großes Warnschild erinnert Autofahrer an den Radweg, den sie passieren müssen, um sich wieder in den Verkehr einfädeln zu können. Laut Willy Cierpinsky würden diese Schilder schnell übersehen. "Es wäre besser, wenn der Radweg auf der Fahrbahn in einer auffälligen Farbe markiert wäre", sagt er. Ähnlich wie es in der Schützenstraße der Fall sei. Dann würden Autofahrer den Radweg deutlicher wahrnehmen, ist sich Cierpinsky sicher. Auch für die Überwege der Kreisverkehr-Ausfahrten wünscht er sich diese rote Markierung.

Radfahrer haben keine Vorfahrt

Diesem Wunsch erteilt die Stadtverwaltung bereits eine Absage. Pressesprecher Moritz Schade erklärt auf Nachfrage dieser Zeitung: "Eine Rot-Markierung oder die Markierung einer Furt kommt nur dann in Frage, wenn der Radverkehr gegenüber dem Verkehr auf der Fahrbahn bevorrechtigt ist." Dies sei beispielsweise in der Schützenstraße der Fall. Aber am BEZ-Kreisel habe der Radverkehr keinen Vorrang. Radfahrer müssen, wollen sie die Böhringer Straße, Zeppelinstraße oder Höristraße am Kreisverkehr passieren, dem Autoverkehr die Vorfahrt einräumen. Darauf weisen auch entsprechende Schilder hin.

Kreisverkehr schon jetzt an Belastungsgrenze

Die Vorfahrtsregeln der tatsächlichen Nutzung des Kreisverkehrs anzupassen, käme laut Schade ebenfalls nicht in Frage. Dass sich nicht jeder Radfahrer an die Vorfahrtsregeln hält und auch nicht jedem die Vorfahrtsregelung überhaupt klar zu sein scheint, sieht man im Minutentakt am Kreisverkehr. Doch hier hat laut Schade klar der Autoverkehr Priorität. "Eine Bevorrechtigung des Radverkehrs kommt gegenwärtig an diesem Kreisverkehr nicht in Frage, da dies eine deutliche Verminderung der Leistungsfähigkeit des Kreisverkehrs bedeuten würde. Zu Stoßzeiten kommt der Kreisverkehr bereits jetzt an seine Grenzen", teilt Moritz Schade weiter mit. Würden die Radfahrer Vorfahrt bekommen, würde der Verkehrsfluss zu sehr unterbrochen werden.

Radwegekonzept soll Verbesserungen bringen

Dennoch behält die Stadtverwaltung den Kreisverkehr im Auge. Die Verkehrssicherheit an diesem Kreisverkehr werde in regelmäßigen Abständen, meistens jährlich, zwischen der Stadt Radolfzell und dem Polizeipräsidium Konstanz thematisiert, erklärt der Sprecher der Stadt Radolfzell. Dabei würden die polizeilich erfassten Unfälle beurteilt. Die Radverkehrssituation an diesem Kreisverkehr solle jedoch im Zuge des geplanten Radwegekonzeptes verbessert werden.