Radolfzell – Der Wanderruder-Verein Seemal-Rhein erwarb in Finnland ein originales Kirchboot und restaurierte es über ein halbes Jahr. Es ist das dritte Kirchboot in Baden-Württemberg, zwei von ihnen fahren auf dem Bodensee. Das Boot hatte bisher keinen eigenen Namen. Am Wochenende taufte es der Verein auf den Namen Karisma. Die spezielle Schreibweise erinnert an die finnische Herkunft.

Die Karisma ist das zweite Kirchboot des Vereines. Die Rudergemeinschaft kündigte den Betreuungsvertrag des alten Bootes und beschloss ein eigenes Kirchboot anzuschaffen. Im Internet wurde der Präsident des Vereines fündig, genauer gesagt in Finnland, rund 2500 Kilometer von Radolfzell entfernt. Innerhalb von fünf Tagen und kurz vor dem finnischen Wintereinbruch holten Norbert Findeisen und Rolf Hospach das Boot ab und brachten es an den Bodensee. 20 Mitglieder richteten ab November mit einem Aufwand von rund 700 Arbeitsstunden das Kirchboot her und machten es seetauglich. Der Charakter des Bootes wurde nahezu erhalten. Es wurde bis auf das blanke Holz abgeschliffen, vierfach lackiert und mit neuen Riemen versehen. Das Boot ist mehr als 12 Meter lang und bietet 14 Ruderern, einem Steuermann sowie zwei weiteren Gästen Platz. Kirchboote sind in Finnland traditionelle Transportmittel, um Sonntags in die Kirche zu kommen. Die größten unter ihnen können bis zu 150 Personen aufnehmen.

Der Radolfzeller Turnverein gibt dem Wanderruder-Club die Möglichkeit, sein neues Boot unterzubringen. Im Gegenzug dafür können die Mitglieder des Sportvereines kostenlos an einem Schnupperkurs mit dem Kirchboot teilnehmen. Vorkenntnisse sind keine nötig. Treffpunkt ist jeweils Dienstag ab 18 Uhr im Turnerheim. Das Boot nahm bereits an traditionellen Kirchboot-Rennen teil und ergatterte einen Preis. Der Wander-Ruder-Verein hat 24 Mitglieder. Drei Flüchtlinge aus der Mettnau-Sporthalle halfen vor der Bootstaufe beim Landtransport mit.

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