Die Werner und Erika Messmer Stiftung mit Sitz in Radolfzell schüttet in diesem Jahr für Schulprojekte Fördergelder in Höhe von 155 000 Euro aus. Ein Schwerpunkt der Stiftung ist die Unterstützung von Jugendlichen und Kindern. Die Mittel werden für 20 Projekte an zehn Schulen in der Bodenseeregion aufgeteilt. Vier Radolfzeller Schulen werden in diesem Jahr begünstigt: Ratoldusschule, Friedrich-Hecker-Gymnasium sowie die Grundschulen Liggeringen und Böhringen. Zu den Begünstigten gehören aus der Nachbarschaft die Hermann-Hesse-Schule Gaienhofen und die Waldorfschule in Wahlwies, in der erweiterten Region fließen Mittel an die Klosterschule Wald und die drei Camphill Schulgemeinschaften in Überlingen, Heiligenberg und Frickingen. In der Ratoldusschule stellten Lehrer ihre Projekte vor.

Die Messmer-Stiftung möchte an Schulen Einzel- und Teamleistungen prämieren oder Initiativen fördern. Nach dem Tod des Radolfzeller Ehrenbürgers Werner Messmer wuchs das Kapital der Stiftung von acht auf 38 Millionen Euro an. Die Stiftung begreift sich als unabhängig, sagte Vorstand Karl Steidle. Sie möchte Projekte fördern, die über die Verpflichtungen des Schulträgers hinausgehen. Die sinnvolle Nutzung der digitalen Welt sei eine der Kriterien für die Förderwürdigkeit. Der Stiftungsvorstand legt Wert darauf, "dass digitale Medien zum Nutzen junger Menschen eingesetzt werden." Die Camphill Schulgemeinschaft schafft beispielsweise digitale Kommunikationshilfen für Menschen mit unzureichendem Sprachvermögen an, um ihnen einen positiven Zugang zur Sprache zu ermöglichen.

Die Grundschule Böhringen hat eine Kooperation mit der Musikschule Radolfzell und investiert die Gelder in ein Klavier für die Musikförderung. Das Friedrich-Hecker-Gymnasium möchte mit den Geldern zwei computergesteuerte Fräsen für den Technikunterricht erwerben. Die Schule will auch Ruderboote anschaffen, ihre Lehrräume besser ausstatten und zur Verminderung von Kunststoff-Müll einen Wasserspender aufstellen. Die Grundschule Liggeringen ist die kleinste Radolfzeller Schule mit 35 Kindern. Sie machte positive Erfahrung mit computerunterstützten Lernhilfen, die Kinder zum Rechnen motivieren. Sie setzt das Geld für die Anschaffung von Tablets ein.

Das Mädchengymnasium Kloster Wald bietet ab der neunten Klasse parallel zum Unterricht eine Berufsausbildung an. Die Schule hat 144 Auszubildende in der Schneiderei, 81 in der Schreinerei und 46 in der Bildhauerei. Mit dem Geld der Stiftung soll eine Bügelanlage angeschafft und ein Stipendium finanziert werden. Die Hermann-Hesse-Schule in Gaienhofen möchte Blasinstrumente erwerben. Zusätzlich sollen Tablets gekauft werden.

Die Ratoldusschule in Radolfzell hat einen Computerraum und fünf Lehrkräfte, die in Informatik ausgebildet sind. Sie setzt die Fördergelder für Computer ein. Die Waldorfschule in Wahlwies legt ihren Schwerpunkt auf die musikalische Ausbildung und hat ein eigenes Symphonieorchester mit 54 jugendlichen Musikern. Sie möchte die Mittel in einen Workshop investieren.

Die Stiftung

Die Werner und Erika Messmer Stiftung in Radolfzell gehört seit vergangenem Jahr zu den mittelgroßen Stiftungen in Deutschland. Sie hat den Zweck der Förderung der Altenpflege, von Sport, Kunst und Kultur, von Bildung und Erziehung sowie der Jugendhilfe ebenso wie der Förderung von Wissenschaft und Forschung, des Heimatgedankens, des öffentlichen Gesundheitswesens und mildtätiger Zwecke, insbesondere im Hospizbereich.

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