Die Digitalisierung ist ein Segen für die einen, vielleicht nicht unbedingt ein Fluch für andere, aber doch immerhin ein Schreckensgespenst. In diese Wunde will die Volkshochschule (VHS) mit ihrem Herbst-/Winter-Programm den Finger legen. "Die modernen Zeiten", so nennt die VHS das technische Zeitalter, sind ein Schwerpunkt des kälteren Semesters.

In Kooperation mit dem SÜDKURIER soll in Kursen und Vorträgen gezeigt werden, wie man die Möglichkeiten der Digitalisierung gewinnbringend nutzen kann. Jonas Budcke, Dozent an der VHS, gibt vorab einen kleinen Einblick, was Kursteilnehmer erwarten können.

Apps für den Alltag

Mit wenigen, gezielten Klicks auf seinem Tablet bedient er Programme auf dem neben ihm stehenden Computer. Die Lichterkette auf dem Tisch leuchtet wahlweise in sanften Rottönen, eisblauem Nordlicht oder taghell strahlend auf. So könnte man seinen Räumen zu Hause zu unterschiedlichen Tages- oder Jahreszeiten jeweils eine andere Atmosphäre verleihen. Oder im sogenannten Smart Home Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit digital messen und steuern.

Kursinhalt wird weiterhin sein, wie man die Grundfunktionen seines Tablets, egal welcher Marke, nutzen kann: Um E-Mails und Kontakte zu verwalten, im Internet zu surfen, Fotos zu machen, eine digitale Zeitung zu lesen und wie man sich das Leben durch verschiedene Apps erleichtern kann. Ein wichtiger Aspekt sei die Datensicherheit, betont der Dozent. Deshalb will er ebenfalls vermitteln, wie man das eigene W-Lan vor Übergriffen schützt und wie man Gefahren, die in öffentlichen Netzen lauern, aus dem Weg gehen kann.

Chancen statt Ängste sehen

Teilnehmer werden gebeten, ihre eigenen Geräte zu den Kursen mitzubringen, damit sie lernen können, mit dem eigenen Gerät umzugehen. "Wir wollen Ängste nehmen und für unsere Teilnehmer wirklich greifbar machen, welche Möglichkeiten die Technik für sie bietet", erklärt Nikola Ferling, Vorsitzende der VHS Landkreis Konstanz.

Für Aktive in Vereinen und andere, die sich mit neuen Datenschutzbestimmungen oder Neuerungen im Vereinsrecht auseinandersetzen müssen, bietet die VHS das Fortbildungsprogramm "Fit im Ehrenamt" mit 26 Kursen. Die Stadt Radolfzell honoriere das ehrenamtliche Engagement von Verantwortlichen in Vereinen und Verbänden und übernehme die Kursgebühr, so die VHS.

4200 Teilnehmer im vergangenen Semester

Seit Mitte 2016 gehört die VHS Radolfzell zum Verbund der Volkshochschulen des Landkreises. 2017 war das erste komplette Jahr des Zusammenschlusses. Bürgermeisterin Monika Laule lobte es als ein "sehr gutes Jahr mit einem positiven Abschluss". 421 Veranstaltungen wurden von 4230 Teilnehmern belegt. Dass nun einheitliche Bedingungen für das gesamte Angebot in den Standorten Radolfzell, Konstanz, Singen und Stockach bestünden, erhöhe die Attraktivität deutlich.

Neben dem Schwerpunkt der Digitalisierung stehen wie gewohnt Angebote zur beruflichen Weiterbildung und ein breitgefächertes Spektrum von Vorträgen zu historischen, gesellschaftlichen und gesundheitlichen Themen auf dem Programm. Dorothee Jacobs-Krahnen, stellvertretende Leiterin der VHS Landkreis Konstanz, zeigt sich angetan vom Radolfzeller Publikum: "Radolfzell macht Spaß. Hier kann man auch mal was Neues anbieten. Die Radolfzeller gehen gerne darauf ein."

Fremdsprachen für Mutige

Auch bei den Fremdsprachen gibt es zusätzlich zum etablierten Angebot etwas Neues. Mutige können sich an Chinesisch, Schwedisch und Tschechisch versuchen, in intensiven Kurzkursen. Wie gehabt können sich kulturell Interessierte neue Anregungen holen. Man kann in der Gruppe etwas für seine Gesundheit tun, mit Hatha-Yoga im Kletterwerk oder Rückenfit beim BSV Nordstern etwa. Und Realschüler und Abiturienten können Unterstützung in der Prüfungsvorbereitung suchen.