Die privatärztliche Verrechnungsstelle (PVS) Reiss feierte ihren neuen Hauptsitz in Radolfzell mit einem Tag der offenen Tür und lud Bürger, Stadtverwaltung, Partner sowie Kunden in ihre Geschäftsstelle ein. Rund sechs Millionen Euro investierte das Unternehmen in einen Neubau und in die Restaurierung der Villa Clara für ihre Geschäftsräume mit 1700 Quadratmetern Bürofläche. Zur Eröffnung waren mehr als 100 Gäste geladen. Nachmitags konnten Bürger einen Blick in das Unternehmen werfen.

Die privatärztliche Verrechnungsstelle ist mit ihrer Dienstleistung einzigartig in Radolfzell. 80 Mitarbeiter unterstützen das mittelständische Unternehmen. Der Hauptsitz bezieht seinen Bedarf an Energie unter anderem aus Solarzellen sowie aus einer Geothermieanlage. Die Villa Clara wurde in ihren Zustand aus dem 19. Jahrhundert zurückgebaut und von ihren Anbauten freigestellt. "Wir waren schneller als Singen", freut sich Oberbürgermeister Martin Staab am Tag der offenen Tür. Aber Radolfzell sei auch von profanen Instinkten geleitet: Man wolle Arbeitsplätze und nur das Beste vom Unternehmen, nämlich das Geld, scherzte Staab. 65 Arbeitsplätze am Hauptsitz brächten schließlich der Stadt Gewerbesteuern ein. Staab dankte auch für die Unterstützung für das historische Stadtbild durch die Restaurierung der Villa Clara.

Mit einem Tag der offenen Türe feierte die PVS Reiss ihren neuen Stammsitz in Radolfzell (von links): Hans-Dieter Faller, Michael Reiss, Evelyn Buchmüller-Reiss, Oberbürgermeister Martin Staab, Petra Reiss sowie Gründer Manfred Reiss.
Mit einem Tag der offenen Türe feierte die PVS Reiss ihren neuen Stammsitz in Radolfzell (von links): Hans-Dieter Faller, Michael Reiss, Evelyn Buchmüller-Reiss, Oberbürgermeister Martin Staab, Petra Reiss sowie Gründer Manfred Reiss. | Bild: Georg Lange

Schaue man sich die Branchenstruktur in Radolfzell an, so habe die Stadt einen ausgewogenen Mix an Unternehmen, so Frank Perchtold von der städtischen Wirtschaftsförderung am Rande der Veranstaltung. Die Geschäftsführer der PVS Reiss hatten Schwierigkeiten, einen neuen Standort an ihrem Hauptsitz in Singen zu finden. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung suchten sie ein Grundstück in Radolfzell. Die Wirtschaftsförderung begreift sich als Schnittstelle vom Unternehmer zur Stadtverwaltung, stellt den Kontakt zu den Fachabteilungen her und reduziert die Zahl der Ansprechpartner. Zwischen Grundidee, Ausschreibungen und Restaurierung der Villa sowie Bau der Verwaltung vergingen 18 Monate.