Nach langen Regentagen hat sich ein kleiner See auf dem Baugrundstück hinter der Villa Clara in der Strandbadstraße gebildet. Doch nun ist der Spatenstich gemacht. Die Sanierung der historischen Villa und der dahinter geplante Neubau eines Bürogebäudes der Firma PVS-Mefa Reiss können beginnen.

Der Finanzdienstleister für Ärzte, Zahnärzte, Kliniken, Heilpraktiker und Pflegeeinrichtungen expandiert seit Jahren. Zwischen zehn bis zwölf Prozent bewegte sich die Umsatzsteigerung. Bundesweit arbeiten derzeit 80 Mitarbeiter für das Unternehmen. Im Hauptsitz in Singen sind 62 Angestellte beschäftigt.

Der Standort platze aus allen Nähten, führte Thomas Nöken, stellvertretender Leiter des Baudezernats, zur Situation der Firma aus. Vor etwa zwei Jahren hätten die Brüder Michael und Manfred Reiss, Geschäftsführer von PVS, Kontakt mit Radolfzell aufgenommen. Im Dezember 2015 gab der Gemeinderat dem Finanzdienstleister den Zuschlag für das Grundstück auf der Mettnau. Michael Reiss bezeichnet es als "einen Traum". Sein Dank ging an den Stadtplaner Michael Duffner und Frank Perchtold von der Wirtschaftsförderung, die dem Unternehmen bei allen baurechtlichen Hürden zur Seite gestanden und einen reibungslosen Ablauf des Baugenehmigungsverfahrens ermöglicht hätten.

Thomas Nöken (stellvertretender Leiter des Baudezernats, von links) überreicht Michael Reiss (Geschäftsführer der PVS-MEFA Reiss) eine Flasche "Birnoh" als Dank dafür, dass das florierende Unternehmen sich in Radolfzell ansiedelt. Rechts daneben: Hans-Dieter Faller (Prokurist) und Manfred Reiss (Geschäftsführer). Bild: Natalie Reiser
Thomas Nöken (stellvertretender Leiter des Baudezernats, von links) überreicht Michael Reiss (Geschäftsführer der PVS-MEFA Reiss) eine Flasche "Birnoh" als Dank dafür, dass das florierende Unternehmen sich in Radolfzell ansiedelt. Rechts daneben: Hans-Dieter Faller (Prokurist) und Manfred Reiss (Geschäftsführer). Bild: Natalie Reiser

In einer ersten Bauphase ist ein Neubau geplant, der sich zurückhaltend dem Charakter der Villa anpassen soll. 3,3 Millionen Euro seien dafür veranschlagt. Die Bruttobausumme liege bei sechs Millionen Euro, gab Michael Reiss an. Eine Geothermieanlage soll die nachhaltige Energieversorgung sicherstellen. Das Profil des innovativen Unternehmens, das zugleich Fingerspitzengefühl für die historische Bausubstanz der denkmalgeschützten Villa Clara mitbringt, entspräche vollständig den Zielen der Stadt, meinte Nöken freudig. Im Oktober würde Michael Reiss gerne das Richtfest feiern. Läuft alles wunschgemäß, dann können die ersten Mitarbeiter im zweiten Quartal 2018 die neuen Räume beziehen.