Auch die vergangene Touristiksaison hat der Stadt Radolfzell wieder einen Zuwachs an Gästezahlen beschert. Wie die die Tourismus- und Stadtmarketing GmbH auf einem Pressetermin verkündete, hat sich die Zahl der Übernachtungen um 5,9 Prozent auf insgesamt 456 316 im Jahr 2018 erhöht. Die größten Zuwächse gab es erneut in der Kategorie Hotels/Gasthöfen/Pensionen. Hier lagen die Übernachtungen mit 156 538 in 2018 um 12,9 Prozent über den Vorjahreswerten, die Ankünfte mit 73 055 sogar um 15,1 Prozent.

Die Zuwächse sind nicht nur auf die Eröffnung der neuen Hotels "Am Gleis – Radhotel und Einkehr" im November 2017 und dem "Suitehotel Kellhof" im April 2018 in Markelfingen zurückzuführen. Bis auf wenige Ausnahmen gab es Steigerungen bei allen Hotels und Gasthöfen. Das begründet Geschäftsführerin Nina Hanstein mit der generell in den letzten Jahren angestiegenen Hotelbettenzahl in Radolfzell. "In den letzten Jahren sind rund 240 neue Betten zu dem Bestand hinzugekommen", führte sie auf. Aus ihrer Sicht erwacht Radolfzell derzeit "aus seinem Dornröschenschlaf", wie sie es nennt. "Die Investoren erkennen das Potential der Stadt", sagte sie weiter. Dabei möchte man in der Tourismus- und Stadtmarketing GmbH die Entwicklung zu einem "qualitativen Wachstum" werden lassen. Nicht jedes Angebot passe zu Radolfzell und solle deshalb auch nicht zwangsläufig forciert werden. Gleichwohl sieht Nina Hanstein noch Entwicklungspotential: "Die Stadt ist noch nicht überfüllt", stellte sie fest.

Neuer Wohnmobilstellplatz auf der Mettnau

Der Anstieg der Zahlen ist glücklicherweise nicht auf die Hotels der Stadt und Ortsteile beschränkt. Auch bei den Ferienwohnungen und Privatvermietern konnten große Zuwächse verzeichnet werden. Die Übernachtungen stiegen um 7,2 Prozent auf 68 655 und die Ankünfte um 8,7 Prozent auf 9976. Nach dem heißen und trockenen Sommer verwundert es nicht, dass die Zahlen der Campingplätze für 2018 ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau lagen. Bei den Übernachtungen waren es 12,1 Prozent mehr, bei den Ankünften sogar 22,5 Prozent. Rückgänge im Bereich der touristischen Übernachtungen gab es lediglich bei den Wohnmobilstellplätzen. Hierauf hat die Stadt bereits mit der Einführung unterschiedlicher Gebühren je nach Saisonzeit reagiert. Im Sommer wird zudem ein neuer, moderner Wohnmobilstellplatz auf der Mettnau eröffnet, der den gestiegenen Ansprüchen der Zielgruppe gerecht wird. Aus Sicht der Stadt Radolfzell dürften die besseren Übernachtungszahlen der Medizinischen Reha-Einrichtungen auf der Mettnau ebenfalls erfreulich sein. Die Ankünfte konnten um 2,7 Prozent auf 9342 gesteigert werden und die Übernachtungen um 3,3 Prozent auf 145 084.

Großes Potenzial im Bereich der Nebensaison

Das größte Potenzial schlummert laut Nina Hanstein jedoch im Bereich der Nebensaison, die man man durch spezielle Angebote ankurbeln möchte. "Dazu haben wir in den letzten Jahren beispielsweise mit den Hotels spezielle Pauschalangebote für die Winterzeit geschaffen. Auch Angebote wie die neuen Wanderwege 'Radolfzeller Runden' und Veranstaltungen wie der Schokoladenmarkt steigern die Attraktivität von Radolfzell in der Nebensaison", sagte sie. Schon jetzt sind die Steigerungen in der Nebensaison besondern hoch. Betrachtet man die letzten fünf Jahre, lagen die Steigerungen bei 56 Prozent (Übernachtungen) beziehungsweise 82 Prozent (Ankünfte).