Der Betrieb der Mensa für die Schüler und Lehrer des Friedrich-Hecker-Gymnasiums und der Gerhard-Thielcke-Realschule lohnt sich nicht mehr. Die Auslastung war noch nie richtig gut, jetzt allerdings zog Bürgermeisterin Monika Laule die Notbremse. Wie sie im Sozialausschuss des Gemeinderats mitteilte, werden aktuell pro Tag neun Tagesmenüs nachgefragt. Für den Pächter sei damit ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich, weshalb ab März das Angebot von Tagesmenüs gestrichen wird.

Die katastrophale Bilanz der Mensa ergibt sich allein aus der Zahl der potenziellen Kunden. Die Zahl der Jugendlichen an den beiden Schulen liegt bei 1700 und dabei sind die ebenfalls nutzungsberechtigten Lehrer noch nicht einmal berücksichtigt. Auch am Preis kann es angesichts von 3,50 Euro pro Tagesmenu (es gibt drei zur Auswahl) nicht liegen. Ferner wurde von Beginn des Mensa-Betriebs an auf hochwertige Angebote viel Wert gelegt. Doch schon der erste Pächter warf wegen der geringen Nachfrage das Handtuch und auch sein Nachfolger hatte trotz Sonderaktionen keinen Erfolg. CDU-Stadtrat Bernhard Diehl sprach nicht zuletzt wegen der Investitionen von einem Trauerspiel: Für die Mensa war vor knapp zehn Jahren ein Neubau erforderlich, später wurde für Umbauten nochmals Geld in das Gebäude gesteckt – immerhin ist dieses laut Monika Laule multifunktional ausgerichtet, so dass eine andere schulische Nutzung denkbar ist. Gleichwohl ist Bernhard Diehl geneigt, „die Schulleitungen in die Pflicht zu nehmen“. Er ist der Ansicht, dass das Funktionieren der Mensa mit zu ihrem Aufgabenprofil gehört.

Dass hier ein Versäumnis vorliegen könnte, geht aus einer Bemerkung von SPD-Stadtrat Norbert Lumbe hervor. Er wies darauf hin, dass die neue Unterrichtsplanung am Gymnasium nach 14 Uhr keinen Unterricht mehr vorsieht. Er geht davon aus, dass den Schülern wegen der Straffung des Unterrichts die Zeit für die Nutzung der Mensa fehlt.