Als die ersten Schwimmer des Bodensee Megathlon ins Wasser sprangen, um sich sportlich zu messen, konnte noch keiner der Verantwortlichen, Sportler und Zuschauer erahnen, mit welcher Katastrophe die Sportveranstaltung enden sollte: Ein 57-jähriger Teilnehmer wurde nach mehrstündiger Suche tot aus dem Untersee vor Radolfzell geborgen.

Nach der Startdisziplin Schwimmen wurde ein Mann von seiner Frau bei der Rennleitung als vermisst gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt waren offiziell bereits alle Schwimmer an das Radolfzeller Seeufer zurückgekehrt. 

Schwimmer alarmierte Rettungskräfte

Der Vorsitzende der DLRG Radolfzell, Steffen Mengele, bestätigte auf Nachfrage, dass ein Schwimmer die Rettungskräfte alarmiert habe, um den untergegangenen Sportler zu melden.

Start der Schwimmdisziplin beim Bodensee Megathlon in Radolfzell. Rund eine Stunde später begann die Suche nach dem vermissten Schwimmer.
Start der Schwimmdisziplin beim Bodensee Megathlon in Radolfzell. Rund eine Stunde später begann die Suche nach dem vermissten Schwimmer. | Bild: Jarausch, Gerald

Die Suche nach dem Vermissten wurde umgehend von der DLRG, der Wasserschutzpolizei und vorübergehend auch mit einem Hubschrauber der Luftrettung sowie Drohnen in Angriff genommen. Auch Taucher waren im Wasser im Einsatz. Laut Steffen Mengele wurden sie aus Bodman und Konstanz angefordert, um die Einsatzkräfte aus Radolfzell bei der Suche zu unterstützen.

Ermittlungen dauern an

Erst mit technischer Hilfe durch Echolot und Sonar konnte der Verunglückte gefunden werden. Nachdem die Suchaktion bereits abgebrochen werden sollte, nahm das Echolot um 12.45 Uhr noch etwas unter der Wasseroberfläche wahr.

Taucher der DLRG bargen den Leichnam des Gesuchten. Ein Notarzt an Bord eines der DLRG-Boote konnte nur noch den Tod festgestellen. 

Laut Polizei dauern die Ermittlungen zur genauen Todesursache durch die Wasserschutzpolizei Reichenau aktuell noch an. „Wir können dazu noch keine Angaben machen“, sagte auch Steffen Mengele. Die DLRG war mit mehreren Booten und 40 Mann im Einsatz.

Veranstaltung wird abgebrochen

Bei dem Verunglückten handelt es sich nach SÜDKURIER-Recherchen um einen Radolfzeller Familienvater. Er war Mitglied in einer Narrenzunft. Der 57-Jährige ging für ein Radolfzeller Firmenteam an den Start.

Unterstützung aus der Luft: Bei der Suche nach dem vermissten Sportler setzten die Rettungskräfte neben einem Hubschrauber auch Drohnen ein.
Unterstützung aus der Luft: Bei der Suche nach dem vermissten Sportler setzten die Rettungskräfte neben einem Hubschrauber auch Drohnen ein. | Bild: Jarausch, Gerald

Der Geschäftsführer des Betriebes stand zusammen mit seinen Mitarbeitern konsterniert am Seeufer, während die Kräfte der Hilfsorganisationen fieberhaft nach dem Schwimmer suchten. „Das kann doch nicht wahr sein“, lautete seine erste Reaktion auf die Nachricht der Vermisstensuche. Doch die Befürchtungen sollten sich bewahrheiten. 

Der Megathlon wurde nach Bekanntwerden der Tragödie unverzüglich abgebrochen. Organisator Rik Sauser zeigte sich im Gespräch mit dem SÜDKURIER ob der tragischen Nachricht schockiert.

„In Abstimmung mit den Behörden und der Polizei sowie aus Rücksicht und Respekt vor den Angehörigen haben wir uns zu einem Abbruch der Veranstaltung entschieden. Wir sind unsagbar traurig, sind in Gedanken bei der Familie, den Freunden und Angehörigen des Verstorbenen sowie allen teilnehmenden Sportlern. Wir wünschen allen Betroffenen viel Kraft nach dieser schockierenden Nachricht“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der Sauser Event GmbH.