Nun wird es ernst: Das neue Parkkonzept Mettnau geht von der Testphase in den Normalbetrieb über. Das bedeutet, seit dieser Woche wird kontrolliert und wer falsch parkt bekommt, hat statt eines Hinweises ein Knöllchen am Scheibenwischer. Rechtlich gesehen, galt eigentlich schon zu Beginn Echtbetrieb, doch die Stadt wollte alle Parkenden erst sensibilisieren, ehe es richtige Strafzettel fürs Falschparken gibt. In den ersten Tagen seien die Parkverstöße laut Ordnungsamt im normalen Rahmen gewesen. Autos mussten bisher noch nicht abgeschleppt werden.

Hintergrund des der neuen Parkordnung waren Probleme während der Badesaison in der Vergangenheit. Es gab immer wieder ordnungswidriges Parken in den Wohngebieten, vor allem von auswärtigen Autofahrern, wodurch die Straßen zu eng wurden und Rettungswagen, Feuerwehrfahrzeuge, der Stadtbus und die Müllfahrzeuge oft nicht mehr durchkamen. Dies unterbinden das neue Konzept nun. Mehr als 100 Schilder mit verschiedenen Regelungen für verschiedenen Arten von Halteverboten sind verschwunden und es gilt durchgängig eingeschränktes Halteverbot auf der gesamten Halbinsel. Für Autofahrer bedeute dies, dass außerhalb der gekennzeichneten Flächen und Parkplätze Be- und Entladen erlaubt sei, so die Stadtverwaltung. Die absoluten Halteverbote bleiben bestehen. Durch diese lückenlose Markierung werde die Verkehrssicherheit verbessert, während die Anzahl der offiziell erlaubten Parkmöglichkeiten gleich bleibe.

Während des Testzeitraums gab es Vorort-Termine. "Die Anwohner hatten die Gelegenheit, sich bei Einwänden oder Verbesserungsvorschlägen mit den Mitarbeitern der Stadtverwaltung in Verbindung zu setzen. Die Überprüfung ist nun abgeschlossen", teilt die Stadtverwaltung mit. Es wurden zum Beispiel die Bereiche von Grundstücksausfahrten angepasst. Laut Pressesprecherin Julia Theile habe es viele Rückmeldungen von Anwohnern gegeben. Nachdem für Lösungen erarbeitet wurden, um alle zufrieden zu stellen, seien nun endgültige Markierungen für die Parkbuchten auf den Straßen der Mettnau aufgebracht worden.

Im Rahmen der Einführung des Parkkonzepts verstärkt in den Sommermonaten eine Linie 5a, die über den Messeplatz fährt, die normale Buslinie 5 auf die Mettnau. Genaue Nutzerzahlen liegen noch nicht vor, da der Pendelbus noch bis einschließlich 4. September fährt und die Stadtwerke erst dann Bilanz ziehen. Doch auf SÜDKURIER-Anfrage war zu erfahren, dass die Resonanz auf das Angebot gut ist.

Während das eingeschränkte Halteverbot auf der Halbinsel nun verstärkt kontrolliert wird, laufen weitere Planungen bei der Stadtverwaltung. "Wir wollen die gesamte Parksituation um das Krankenhaus neu ordnen und schauen, wo wir mehr Stellplätze schaffen können", sagte Oberbürgermeister Martin Staab bereits beim Startschuss für die Testphase des Parkkonzepts im Mai. Ein langfristiges Konzept ist derzeit in Arbeit. Neben mehr Parkraum beim Krankenhaus werde es auch die künftige Nutzung der Bereiche der Mettnau-Kur und den Bau einer Senioreneinrichtung auf dem Grundstück des ehemaligen Schwesternwohnheims berücksichtigen, erklärt die Stadtverwaltung.