Es herrschte Hochstimmung beim Bezirksmusikfest des Bezirks Schienerberg in Böhringen: Gut 300 Musikantinnen und Musikanten, die ihre Freizeit in den Dienst der Blasmusik stellen und das gemeinsame Musizieren zu ihrem Hobby gemacht haben, feierten bei Sonnenschein und idealen Temperaturen ein großes Fest der Blasmusik. Eingebettet im Dorfplatzfest des Musikverein Böhringen, das für sich allein alljährlich schon ein großer Publikumsmagnet ist, fand das zweitägige Treffen der Bezirksvereine großen Zuspruch.

Im fliegenden Wechsel boten acht der zehn Bezirksvereine, darunter der gastgebende Musikverein Böhringen mit seinen vier Formationen, im Dreiviertelstunden-Takt ihre Auftritte dar und gaben Einblick in ihre unterschiedlichen Stilrichtungen. Das Publikum genoss sichtlich die große Bandbreite der Blasmusik und natürlich auch die Geselligkeit von morgens bis abends. 

Die Jahre in denen das Bezirksmusikfest mehrtägig und glanzvoll mit Sternmarsch und Festumzug gefeiert werden, sind selten geworden. "Es wird immer schwieriger für die Vereine, ein eigenständiges Fest aus dem Boden stampfen", so der stellvertretende Bezirkspräsident Jürgen Schröder, der zum Festauftakt die Grüße des Blasmusikverbandes und des Präsidenten Johannes Steppacher überbrachte. Mehr und mehr werde das Bezirksmusikfest in bestehende Traditionsfeste eingegliedert – wie dieses Jahr beim Musikverein Böhringen, der das Fest übernahm, weil kein anderer Verein eine Möglichkeit sah, das Fest auszurichten. Hier passte es bestens ins Konzept des Dorfplatzfestes, das seit Jahren auf Gastkapellen setzt. 

"Ganz bewusst haben wir auch kein Gesamtkonzert gemacht. So kann jeder Verein 40 bis 45 Minuten spielen, und die Anfahrt rentiert sich für die Vereine von der Höri", erklärt Helmut Arndt, Vorsitzender des Musikvereins Böhringen. Jürgen Schröder nutzte die große Publikumskulisse, um Appetit auf das Verbandsmusikfest in Singen zu machen, wo im nächsten Jahr vom 8. bis 10. Juni rund 3000 bis 4000 Musikanten mit Platzkonzerten, Wertungsspielen und Open-Air-Konzerten das 125-jährige Bestehen des Blasmusikverbandes Hegau-Bodensee feiern werden. Das Bezirksmusikfest fällt dann 2018 aus.

Ein Höhepunkt beim Bezirksmusikfest in Böhringen war sicher der Auftritt des Gesamtchors der Bezirksjugend. Die erst 19 Jahre alte Böhringer Jugenddirigentin Pia Semrau hatte mit etwa 30 Jugendlichen in Extraproben temperamentvolle Titel wie den Gospel-Klassiker "I will follow him", " Rock'n Roll is here to stay" und den Beach Boys-Hit "Fun Fun Fun" einstudiert. Nicht ohne Stolz kommentierte Bezirksvorstand Klaus Hofer die gelungene und vom Publikum mit viel Applaus quittierte Darbietung. Sie habe gezeigt, wie tief die Jugend in der Blasmusik verwurzelt sei. "Bleibt uns treu. Ihr seid unsere Zukunft", rief er den jungen Musikerinnen und Musikern begeistert zu.

Großen Zuspruch fand am Abend zuvor auch die "BrasserZ", eine junge Formation des Musikvereins Böhringen, die sich der besonders fetzigen Blasmusik verschrieben hat und Vorbildern wie "La Brass Banda" oder auch der Froschenkapelle nacheifert. Das Ensemble unter Leitung von Karl Ruh, das letztes Jahr am Dorfplatzfest sein Debüt gab, ist mittlerweile auf 15 Musiker angewachsen, die kräftig Gas geben.

Auf der Bühne

Acht der zehn Bezirksvereine, darunter der gastgebende Musikverein Böhringen mit seinen vier Formationen, boten im Dreiviertelstunden-Takt ihre Auftritte dar: Musikverein Überlingen am Ried (Dirigent Florian Fritschi), Musikverein Bankholzen (Sebastian Rieger), Musikverein Worblingen(Thorsten Müller), Musikverein Schienen (Martina Welte), Musikverein Hemmenhofen (Siegfried Welte), Musikverein Öhningen (Petra Steidle), Musikverein Bohlingen (Roland Matt), Jugendgesamtchor und Jugendkapelle Böhringen (Pia Semrau), Seniorenkapelle MV Böhringen (Ernst Schafhäutle), Musikverein Böhringen (Jochen Abert), BrasserZ des MV Böhringen (Karl Ruh).