Die einen mögen lieber Gummibärchen, andere wiederum können bei Schokolade nicht widerstehen. Letztere sind bei Trüffelchefin Silvia Scharmacher an der richtigen Adresse. Im Radolfzeller Ortsteil Markelfingen produziert sie seit ungefähr zehn Jahren Pralinen – für die 66-Jährige eine echte Herzensangelegenheit.

Arbeitsschritte sind klar strukturiert

Die Grundlage jeder Praline ist laut Scharmacher Kuvertüre. Sie beinhalte keine Milch, habe aber mehr Kakaobutter. „Gute Schokolade hat viel Kakaobutter und dementsprechend auch seinen Preis. Diese Zutat sorgt für den Schmelz auf der Zunge“, erklärt die Expertin.

Bild: Singler, Julian

Bevor die Pralinen-Produktion mit dem Formen und Verzieren so richtig beginnen kann, muss die Schokolade zunächst kräftig verrührt sowie richtig temperiert werden. Bei dunkler Schokolade gelten Silvia Scharmacher zufolge andere Hitze-Maßstäbe als bei weißer. „Durch langes Rühren bekommt die Schokolade einen schönen Glanz. Bei großen Firmen läuft das alles maschinell, ich arbeite mit den Händen.“

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Später können die Pralinen dann mit einer Füllung versehen, in Schokolade getunkt und geformt werden.

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Im nächsten Schritt folgt das Verzieren. Silvia Scharmacher sagt: „Natürlich müssen Pralinen auch optisch etwas hermachen.“ Gerade stellt sie für einen Reiseveranstalter auf Mallorca die Sorte „Finka“ her. Diese Pralinen sind vegan und mit Olivenöl und Orange.

Bild: Singler, Julian

Beim Verzieren der Pralinen geht laut Silvia Scharmacher jeder anders vor. „Das ist individuell und liegt in der Freiheit des Künstlers“, sagt sie. Nun sei viel Fingerspitzengefühl gefragt, denn: „Was ich mache, ist echte Handarbeit. Wichtig ist dabei, dass man ruhig und geduldig ist.“

Video: Singler, Julian

Sind die süßen Versuchungen fertig verziert, müssen sie etwas trocknen. „Für ein schönes Aussehen werden sie dann unten noch etwas geputzt und beispielsweise von angetrockneten Schokoladenstreifen befreit“, erklärt Scharmacher. Danach kommt jede Praline in eine Hülle. Diese hier sind bereits in einer Glasvitrine und warten darauf, dass sie verkauft werden.

Bild: Singler, Julian

Viele Pralinen im Sortiment von Silvia Scharmacher haben eine Geschichte, erklärt die 66-Jährige. Je eine Sorte kreierte sie beispielsweise zu den Geburten ihrer zwei Enkelinnen Mayla und Chaya. Auf diesem Foto ist die „Maylaberry“ zu sehen. Zum Inhalt zählen Erdbeeren, Nougat-Creme und Crispies.

Bild: Scharmacher, Silvia

Die Sorte „Chaya“ besteht aus Karamell und Crispies.

Bild: Singler, Julian

Beliebt sei bei den Kunden auch die in mehreren Geschmäckern erhältliche Löffelade – eine Erfindung von Silvia Scharmacher selbst, wie sie erzählt.

Bild: Singler, Julian

Ein echter Hingucker ist dagegen die Pralinen-Sorte „Honeymoon“. Sie enthält Sanddorn und Honig.

Bild: Scharmacher, Silvia

Zum Abschluss des Rundgangs durch ihre kleine Schokoladen-Fabrik hat Silvia Scharmacher noch einen wertvollen Tipp parat: „Schokolade sollte nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, sonst blutet sie aus.“ Ideal sei eine Lagerungs-Temperatur von 18 Grad.

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